Donnerstag, 23. Dezember 2004

Mordalarm in Salzburg: 78-jährige Frau erschlagen, dann Haus in Brand gesteckt

  • Polizei vor Rätsel: Keine Hinweise auf Täter und Motiv
  • Bluttat wurde erst nach Obduktion bekannt

Der Täter konnte viele Spuren, die zu ihm führen, vernichten, die Bluttat selbst blieb aber nicht unerkannt: In der Nacht zum Donnerstag wurde in einem Holzhaus im Salzburger Stadtteil Taxham die 78-jährige Erika Oberhammer erschlagen. Danach zündete der Mörder Benzin an, das er im Haus vergossen hatte. Das Gebäude wurde völlig verwüstet. Konkrete Hinweise über den Täter oder ein mögliches Motiv hatte die Polizei am Donnerstagabend noch nicht.

Die Bluttat muss irgendwann zwischen Mitternacht und 1.50 Uhr passiert sein. Vor Mitternacht nämlich hatten Zeugen nichts Auffälliges im Haus bemerkt, um 1.50 Uhr alarmierten dann Nachbarn, die den Brand gesehen hatten, die Feuerwehr. Diese barg dann die 78-jährige Bewohnerin nur mehr tot. Weil das vermeintliche Brandopfer auch am Kopf Verletzungen aufwies, ordnete die Staatsanwaltschaft eine Obduktion an.

Die Gerichtsmediziner stellten dann fest, dass die Frau nicht an der Verbrennungen gestorben ist, sondern mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen wurde. Wegen der völligen Verwüstung des Hauses fand die Polizei aber zunächst weder die Tatwaffe noch andere brauchbare Spuren.

Schwierig gestalteten sich auch die Ermittlungen im sozialen Umfeld. Die Frau lebte seit dem Tod ihrer Schwester ganz alleine. "Was wir bisher wissen, hat die Frau ziemlich zurückgezogen und alleine in dem Haus gelebt", schilderte Bruno Wurhofer von der Kripo der APA. Auch von allfälligen Freunden oder Verwandten war zunächst nichts bekannt. Und in der Nachbarschaft gab es vorerst ebenfalls niemanden, der etwas Auffälliges beobachtet hätte.

Die Löscharbeiten hatten sich für die fast 100 Feuerwehrleute sehr schwierig gestaltet und dauerten mehrere Stunden. Es war dies auch nicht der einzige Brand, zu dem sie ausrücken mussten. Gegen 21.30 Uhr hatte der Dachstuhl eines Hauses im Stadtteil Liefering zu brennen begonnen. Die Feuerwehr konnte dieses Feuer rasch löschen. Gegen Mitternacht stand dann ein Reihenhaus im Stadtteil Moos in Flammen. Die 48-jährige Wohnungsinhaberin erlitt dabei Verbrennungen an den Beinen. Sie musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. In beiden Fällen steht die Brandursache derzeit noch nicht fest. (apa/red)

23.12.2004 18:27