Reise ins Gefängnis: Drogenkurier mit
30(!) Kilo Marihuana in Zug geschnappt!
- OÖ: Suchtgift im Wert von 300.000 Euro in zwei Koffern
- Intensive Kontrollen in den Zügen zahlen sich aus
Einen Drogenkurier mit 30 Kilo Marihuana haben Kriminalisten in einem Zug in Oberösterreich aufgegriffen. Es handle sich um die größte Sicherstellung von Marihuana in diesem Jahr in Oberösterreich, sagte Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Das Suchtgift war in zwei Koffern verstaut, der Verkaufswert betrage rund 300.000 Euro, der Tatverdächtige soll einer international agierenden kroatisch-jugoslawischen Tätergruppe angehören, er sitzt in Wien in Haft.
Vergangenen Montag kontrollierten Fahndungsspezialisten auf der Bahnstrecke Salzburg-Wien den aus Deutschland kommenden Zug. Die Koffer mit dem Suchtgift hätten sich "nur in Sichtweite" des Kuriers befunden. Die Beamten der Kriminalabteilung Oberösterreich konnten den mutmaßlichen Täter trotzdem identifizieren und festnehmen. "Ein völlig unauffälliger Mann, der aus sicherer Entfernung die Koffer im Auge behielt", so Lißl. Der Kurier hatte zudem rund 33.000 Euro bei sich.
Seine Angaben seien bis zuletzt widersprüchlich geblieben, über die Abnehmer "wollte und konnte er nichts angeben", teilte der Sicherheitsdirektor mit. Bei weiteren Ermittlungen sei festgestellt worden, dass der Tatverdächtige seit 1992 unter anderen Namen in Österreich wegen Einbruchsdiebstählen, Urkundenfälschungen sowie größeren Drogendelikten in Erscheinung getreten war. Nach Vollzug mehrerer Freiheitsstrafen sei er erst im vergangenen Februar aus einer Haftanstalt entlassen worden. Zudem bestehe gegen ihn unter einem anderen Namen ein aufrechtes Aufenthaltsverbot für die Schengener Staaten, das er durch die Originalausstellung eines neuen kroatischen Reisepasses umgehen konnte. (apa/red)
