Mittwoch, 22. Dezember 2004

Nächster Waffenfund in Österreich: Auch in Salzburg wurde Lager ausgehoben

  • Maschinenpistolen, Sturmgewehre & Revolver entdeckt
  • 57-jährigem "Waffennarren" drohen zwei Jahre Haft

Nachdem die Exekutive am Dienstag in Kärnten ein Waffenlager ausgehoben hatte, wurden Kollegen in der Nacht auf Mittwoch auch in Salzburg fündig: Sie beschlagnahmten im Salzburger Wohnhaus eines 57-jährigen "Waffennarrs" rund 50 Schießprügel und mehrere tausend Schuss Munition. Eine Verbindung zu einer Terrororganisation sei auszuschließen, erklärte der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Burghard Vouk.

Zwischen den Fällen in Kärnten und Salzburg sowie der Ausforschung einer Bande in Oberösterreich, die mit Waffen handelte, gibt es keinen Zusammenhang. Das sagte Rudolf Gollia vom Innenministerium auf Anfrage.

Der entscheidende Hinweis, der zum Lager in Salzburg führte, kam aber aus Oberösterreich. "Wir sind über eine Tauschbörse auf den Verdächtigen gestoßen. Nach derzeitigen Erkenntnissen hat er mit den Waffen einen regen Handel betrieben", sagte Vouk. Es handelt sich um zivile Waffen, aber auch um verbotenes Kriegsmaterial wie Maschinenpistolen, auch neueren Typs, und Faustfeuerwaffen mit Schalldämpfern. Ein Teil der gefundenen Glock-Pistolen und Sturmgewehre, könnte aus den Beständen des österreichischen Bundesheers stammen.

Der beschäftigungslose Salzburger, der sich als Hobby-Sammler ausgab, ist bereits einschlägig vorbestraft. Gegen ihn wurde ihm Jahr 1997 ein Waffenverbot verhängt. Auf Grund von Hinweisen aus der Szene wurde die nächtliche Durchsuchung des Hauses im Salzburger Stadtteil Leopoldskron gerichtlich angeordnet. Männer der Einsatzgruppe "Cobra" haben die Beamten des Landesamtes dabei unterstützt.

Der 57-Jährige wird wegen Vergehens nach dem Waffengesetz beziehungsweise nach dem Kriegsmaterialgesetz auf freiem Fuß angezeigt. Ihm droht eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

(apa/red)

22.12.2004 12:31