Österreicher nicht zufrieden: 2004 war ein schlechtes Jahr für die Regierungsparteien
- 76 Prozent stellen der FPÖ ein mieses Zeugnis aus
- Gutes Jahr für Präsident Fischer - 81% Zustimmung
·NR: Keine Einigung zu Türkeiabstimmung
3 verschiedene Anträge von VP/FP, SP und Grünen
76 Prozent der Österreicher sind der Ansicht, dass für die FPÖ 2004 ein schlechtes Jahr war. Nur sieben Prozent meinen, dass die Freiheitlichen positiv auf das zu Ende gehende Jahr zurückblicken können. Das ergab eine OGM-Umfrage (Stichprobe: 502 Interviews, Schwankungsbreite plus/minus 4,5 Prozent) für das TV-Magazin "Report".
Doch auch für die ÖVP wird 2004 mehrheitlich negativ bewertet. So meinten 44 Prozent der Befragten, dass die Volkspartei eher ein schlechtes Jahr hatte, 27 Prozent vertraten die Ansicht, dass es ein positives Jahr. Die Oppositionsfraktionen werden demgegenüber eher positiv bewertet. So meinten 34 Prozent, die Grünen hätten 2004 ein gutes Jahr gehabt, 32 Prozent gingen davon aus, dass es ein schlechtes Jahr gewesen sei. Noch besser die Werte für die SPÖ: hier meinten 44 Prozent, es sei ein gutes Jahr gewesen und nur 21 Prozent, dass es ein schlechtes Jahr gewesen sei.
Fischer führt Politiker-Ranking an
Abgefragt wurde bei der Umfrage auch die Einschätzung der Performance von 2004 von einzelnen Politikern. Einig sind die Österreicher dabei: es war ein gutes Jahr für Bundespräsident Heinz Fischer. Diese Meinung äußerten 81 Prozent der Befragten, nur zwei sagten, es sei ein schlechtes Jahr für das Staatsoberhaupt gewesen. Auch Neo-EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner bekommt gute Werte: 61 Prozent meinen, sie hatte ein gutes Jahr, 18 Prozent, es sei für sie nicht so gut gelaufen. Und Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hatte nach Meinung von 44 Prozent ein gutes und von 21 Prozent ein schlechtes Jahr.
Österreicher mit negativer Meinung zu Schüssel
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hatte dagegen zwar aus Sicht von 34 Prozent ein gutes Jahr, aber nach Ansicht von 38 Prozent ein schlechtes Jahr. Staatssekretärin Ursula Haubner (F) erzielte Werte von 29 Prozent (gutes Jahr) und 30 Prozent (schlechtes Jahr). Und bei SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer überwiegt klar eine negative Einschätzung. Denn nur 27 Prozent meinten, er habe 2004 ein gutes Jahr gehabt. 39 Prozent vertraten dagegen die Ansicht, 2004 sei für den SPÖ-Chef nicht so gut gelaufen.
Die Reformpolitik des zu Ende gehenden Jahres wird von den Österreichern mehrheitlich negativ beurteilt. So gaben 62 Prozent der Befragten an, die Reformpolitik sei eher als negativ zu bewerten. Nur 20 Prozent waren der Ansicht, in Sachen Reformen sei es 2004 positiv gelaufen. 14 Prozent zeigten sich unentschlossen und antworteten "teils-teils". Fünf Prozent machten dazu keine Angabe.
In der Selbsteinschätzung meinten 57 Prozent, sie würden ihr eigenes 2004 positiv bewerten. 27 Prozent meinten, sie hätten ein weniger gutes Jahr gehabt. Und 16 Prozent antworteten mit "teils-teils". (apa)
