Mittwoch, 26. Jänner 2005

So klappt die Fahrt bei Schnee und Eis: 12 gute Tipps fürs Fahrvergnügen im Winter

  • Der ARBÖ zeigt Ihnen, wie Sie sich vorbereiten können
  • PLUS: Äußerst praktische Infos zum Fahren mit Spikes

Ein Blick aus dem Fenster überzeugt auch den letzten Skeptiker: Der Winter ist in vollem Gange. Damit die Fahrt bei Eis und Schnee jedoch nicht zum ungewollten Abenteuer wird, hat der ARBÖ zwölf wichtige Tipps für Sie zusammengestellt. Denn nur wer sich richtig vorbereitet, kann das Autofahren auch im Winter sicher genießen.

Leider haben sich noch nicht alle Fahrzeuglenker auf die winterliche Pracht vorbereitet. Der ARBÖ hat daher die zwölf wichtigsten Tipps zusammengestellt.

1. "Spätestens jetzt umstecken!", lautet die Devise, denn Kraftfahrer, die bei winterlichen Fahrverhältnissen mit Sommerreifen fahren, können nicht davon ausgehen, dass die Kaskoversicherung im Falle eines Unfalles zahlt. Die ARBÖ-Verkehrsjuristen stützen sich dabei auf ein jüngst publiziertes, rechtskräftiges Urteil des Wiener Handelsgerichts (vom 17.7.2003, 31 Cg 175/02y-26). Eine Telefonumfrage des ARBÖ Mitte November ergab übrigens, dass erst 77 Prozent der Pkw mit Winterreifen unterwegs waren.

2. Fahrweise unbedingt den Wetterbedingungen anpassen, denn auf Schnee und Eis schlittert es sich leicht in einen Serienunfall. Zur Erinnerung: Der Bremsweg (ohne Reaktionsweg) auf trockener Straße beträgt bei Tempo 50 zirka 16 Meter, auf Schnee jedoch 64 Meter - also fast 50 Meter mehr!

3. Nur ein sauberes Auto ist ein sicheres: Schnee und Eis vor Fahrtantritt vom Fahrzeug entfernen.

4. Schnee und Schmutz von der gesamten Windschutzscheibe entfernen, nicht nur zwei kleine "Gucklöcher" freimachen und losfahren.

5. Vereiste Scheiben keinesfalls zum Abtauen mit heißem Wasser übergießen - Scheiben könnten springen!

6. Frostschutzmittel in die Scheibenwischanlage einfüllen, um ein Zufrieren der Sprühdüsen und Scheinwerferwaschanlage zu vermeiden.

7. Dem Motor nach dem Kaltstart nicht gleich die volle Leistung abverlangen, sondern zunächst auf Betriebstemperatur bringen. Jedoch nicht, indem man den Motor am Stand laufen lässt. Besser ist es, sofort zügig und mit mittlerer Drehzahl loszufahren. Dadurch werden Kühlwasser, Motor- und Getriebeöl rasch in den richtigen Betriebszustand gebracht.

8. Den Motor nicht am Stand warmlaufen lassen, damit wird unnötig die Umwelt sowie Anrainer belastet und dem Motor geschadet.

9. Gebläse mit niedriger Leistung auf die Windschutzscheibe richten. Erst bei Erwärmung des Motors "Orkanstärke" einschalten.

10. Regelmäßig Schneeklumpen, die sich in den Radkästen ansammeln entfernen. Wenn der Schnee später zu Eis friert kann dies den Lenkeinschlag behindern und sogar zur Unlenkbarkeit des Fahrzeuges führen.

11. Warme Decke im Auto deponieren, um eventuelle Staus im Schneesturm besser überstehen zu können.

12. Theoretisches Wissen ist wichtig, wesentlich ist aber auch in der Praxis auszuprobieren, wie das eigene Fahrzeug reagiert. Geübt werden können gefährliche Situationen beim Fahrsicherheitstraining, dass der ARBÖ in seinen Trainingszentren anbietet. Gebucht werden können Kurse in den ARBÖ-Trainingszentren in Wien-Aspern (Telefon 050-123 2999 oder 2917), Strasswalchen/Salzburg (Telefon: 050 123 2560), Ludersdorf/Steiermark (Telefon: 050 123 2680), Arnoldstein/Kärnten (Telefon: 050-123 2260). Nähere Informationen auch unter www.fahrsicherheitszentren.at. Geheimtipp für Weihnachten: Gutschein für ein Fahrsicherheitstraining schenken!

Fahren mit Spikes
Seit 2004 ist die Spikesfrist neu geregelt (49. Novelle der Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung ): Die "genagelten" Reifen sind in den Monaten Juni, Juli, August und September verboten. Das heißt, ab 1. Oktober 2004 kann bis einschließlich 31. Mai 2005 mit den Spikes gefahren werden. Wer Spikes verwendet, muss mit einem sichtbar am Fahrzeug angebrachten Aufkleber darauf hinweisen. In der alte Regelung (gültig bis zum Vorjahr) war die Verwendung der Spezialreifen vom 15. November bis zum ersten Montag nach Ostern erlaubt. Achtung: Mit Spikereifen gilt ein Tempolimit von maximal 100 km/h auf Autobahnen und von 80 km/h auf Freilandstraßen. (red)

26.1.2005 11:58