Donnerstag, 16. Dezember 2004

Offiziell eröffnet: A9-Plabutschtunnel in Graz wieder im Vollausbau befahrbar!

  • Zweite Röhre soll Staus in Zukunft vermeiden
  • PLUS Stau-Cams: Gleich schauen, wo es derzeit staut!

Der A9-Plabutschtunnel im Westen von Graz ist wieder im Vollausbau befahrbar. Mit der Öffnung der generalsanierten alten Oströhre stehen nun gemeinsam mit der bereits im Jänner fertig gestellten Weströhre in jede Richtung zwei Fahrspuren zur Verfügung. Am Donnerstag erfolgte im Rahmen eines Festaktes die offizielle Eröffnung des mit zehn Kilometer längsten zweiröhrigen Tunnel Europas.

Täglich rollen rund 23.000 Fahrzeuge, davon 18 Prozent Schwerfahrzeuge, durch den Tunnel. Durch Unfälle oder Wartungsarbeiten musste der Verkehr in der Vergangenheit öfters durch das Grazer Stadtgebiet umgeleitet werden - zuletzt anlässlich der Umgestaltungsmaßnahmen vor der Verkehrsfreigabe in den vergangenen Tagen -, was zu ausgedehnten Staus führte.

Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) betonte bei der Eröffnung die Bedeutung für die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Alle sicherheitstechnischen Maßnahmen, die in der Tunnelsicherheitskommission beschlossen wurden, seien eingeflossen. "Dort, wo es das Verkehrsaufkommen notwendig macht, wird der Bau zweiter Tunnelröhren auch künftig so rasch wie möglich umgesetzt werden", so Gorbach.

Durch den Vollausbau des Plabutschtunnels wird nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern auch dem gestiegenen Verkehrsaufkommen Rechnung getragen, betonte Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V): "Der bislang einröhrig ausgebaute Plabutschtunnel war an die Grenze seiner Kapazität angelangt. Mit der Fertigstellung des Vollausbaus verfügt Graz nunmehr über eine leistungsfähige und sichere Tunnelanlage im Richtungsverkehr."

Der neue zweiröhrige Plabutschtunnel entspreche nun dem modernsten Stand der Technik, unterstrich Asfinag-Vorstand Franz Lückler. 34 Mio. Euro, ein Viertel der Gesamtkosten der neuen Weströhre (142 Mio. Euro), wurde in die Sicherheitstechnik, Lüftung und Löschwasserversorgung investiert. Inklusive Sanierung und Aufrüstung der alten Oströhre wurden in den Vollausbau 158 Mio. Euro investiert.

Es gab aber auch Kritik anlässlich der Eröffnung: Der ÖAMTC kritisierte die Randsteinbeleuchtung, die als Fluchtweg-Orientierung nur in Fahrtrichtung zeigten. SP-Abg. Günther Kräuter nahm die verspätete Eröffnung des Plabutschtunnels und die mit der Eröffnungsvorbereitung verbundene Totalsperre in der Vorweihnachtszeit zum Anlass einer parlamentarischen Anfrage an den Verkehrsminister. (apa/red)

16.12.2004 12:37