Freitag, 17. Dezember 2004

Gutscheine für Schönheits-OPs finden sich immer häufiger unterm Tannenbaum

  • Beauty-Operationen für den Lebenspartner voll im Trend
  • Nachfrage hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt

Fragwürdige Geschenke zu Weihnachten: Gutscheine für Schönheits-Operationen liegen immer öfter unter deutschen Tannenbäumen. Die Nachfrage habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, so die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD). Am häufigsten werden Brust-Operationen und Falten-behandlungen, vorzugsweise von Männer an ihre Partnerinnen, verschenkt.

"Immer mehr Menschen schenken ihrem Lebenspartner eine Beauty-OP zu Weihnachten." Ein Grund dafür sei wahrscheinlich die Zunahme entsprechender Doku-Soaps im Fernsehen. GÄCD-Präsident Heinz Bull hat schwere Bedenken: "Ein Geschenk-Gutschein für eine Schönheits-Operation setzt den Beschenkten unter Druck und nimmt womöglich seine Entscheidung vorweg."

Brust-Operation sind der Hit unter den Geschenken
Mehrere hundert der oft auch sehr teuren Gutscheine werden laut GÄCD dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt. "Meistens von Männern an ihre Frauen", sagte eine Sprecherin. Die meisten Gutscheine seien für Brust-Operationen, Faltenbehandlungen oder für das Aufspritzen der Lippen. "Also alles, was die Frauen etwas aufpeppen soll." Allerdings sei es nicht nur so, dass die Männer sich ihre Frauen "schöner" wünschten. "Oft wollen die Frauen das selbst."

Chirurgen warnen vor dem gefährlichen Trend
Ein Gutschein sei aber auch dann die falsche Wahl, betonen die ästhetischen Chirurgen. Denn dadurch sei beispielsweise der Arzt schon festgelegt, bevor der Beschenkte diesen überhaupt gesehen habe. Dabei sei ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis sehr wichtig, erklärte Bull. "Bei einem Geschenkgutschein ist dem Beschenkten keine freie Arztwahl mehr möglich und ein persönlicher Entschluss für den Eingriff fraglich." (APA/red)

17.12.2004 14:48