Renate Strasser: Die Frau des Ex-Ministers
spricht über den Rücktritt ihres Mannes
- NEWS: Rücktritts-Meldung war daheim ein alter Hut
- Verlust der Privatsphäre wird auf Dauer zur Belastung

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Schon bei der privaten Familienplanung sagte die Frau, wo es in weiterer Folge langgehen wird. Kinder, so ließ sie den nachmaligen Innenminister und nunmehrigen Altinnenminister Ernst Strasser, 48, wissen, könne er gern haben. Aber nicht mit ihr. Strassers haben bis heute keine Kinder. Auch in Karrierefragen scheint er ihrem Rat zu folgen. Denn als Ernst Strasser am Freitag seinen Rücktritt bekannt gab, war die sensationelle Meldung daheim schon ein alter Hut. Schon im Frühsommer habe er die Entscheidung mit ihr besprochen, sagt Strasser im NEWS-Talk (Seite 24): "Wir haben das gemeinsam analysiert, und wir sind eigentlich auch zu einem gemeinsamen Schluss gekommen."
Wir erreichten die diplomierte Psychotherapeutin in ihrer Praxis im 19. Bezirk. "Ich bin erleichtert, dass die Entscheidung gefallen ist", sagt die Tochter eines oberösterreichischen Taxiunternehmers in ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme. "Ich hoffe, dass sich alles bald beruhigt."
Politik gegen Privatleben
Während seiner turbulenten Amtszeit hörte man oft, die Ehefrau wollte sich mit dem Zeit- und Nervenverschleiß nicht abfinden. "Meine Frau hat sicher mehr unter meinem Amt gelitten als ich", bestätigt Strasser.
Seit der Hochzeit im Jahr 1995 begleitete sie ihn nur selten zu offiziellen Terminen. Der Ehemann: "Der Verlust der Privatsphäre wird auf Dauer zur Belastung." Und sie: "Man braucht einen gewissen Hang zur Machtausübung, den ich nicht habe." Obwohl sie als Therapeutin für lese/rechtschreibschwache Kinder als Bildungsministerin zu PISA-Zeiten ministrabler wäre als mancher Amtsinhaber. Doch das weist sie geradezu entsetzt von sich: "Politik? Dafür bin ich nicht geeignet!"
Karrierefrau
Die ehemalige Volksschullehrerin ist heute klinische Psychologin, leitet das Lernberatungszentrum Wolkersdorf und betreut in ihrer eigenen Praxis komplizierte Fälle: "Ich arbeite gerne mit Kindern, und das werde ich mein Leben lang machen." Für eigenen Nachwuchs fehlt da die Zeit. Weihnachten werden die beiden, friedlich wie lang nicht mehr, im Grinzinger Domizil zubringen. Dann übersiedeln sie in das erst kürzlich erworbene Haus im niederösterreichischen Grafenwörth.
Und dort wird wohl in einer ganz privaten Sprechstunde Strassers berufliche Zukunft erörtert.
(Lesen Sie das ganze Interview in NEWS 51/2004)
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