Nach Fenstersturz: Ex-Krenn-Sekretär Rothe spricht in NEWS über sein Drama
- "Traue mich noch nicht, in die Zukunft zu blicken"
- Ex-Regens Ulrich Küchl: "Küngs Befehl ist unzumutbar!"
In der aktuellen Ausgabe von NEWS meldet sich erstmals Wolfgang Rothe nach seinem Selbstmordversuch zu Wort. Kurt Krenns ehemaliger Sekretär war als Subregens des mittlerweile geschlossenen Priesterseminars eine der Hauptfiguren im St. Pöltner Kirchen-Sexskandal.
Am 7. Dezember 2004 - wenige Stunden nach einem Gespräch mit Bischof Klaus Küng - sprang der 37-jährige Priester aus dem Balkon seiner Wohnung und erlitt eine Gehirnerschütterung sowie einen Handgelenksbruch. Rothe, der inzwischen das Krankenhaus verlassen durfte, zu NEWS: "Körperlich habe ich Glück gehabt. Ich traue mich aber noch nicht in die Zukunft zu blicken. Ich muss noch länger in ärztlicher Behandlung bleiben."
Er habe, so Rothe, eine unheimlich große Solidarität erfahren: "Ich bekam Berge von Blumen und Briefen. Es war ein sehr starker Mitleidseffekt zu spüren - auch von Seiten Küngs. Das erste Mal hatte ich das Gefühl, dass er mir zuhört. Am Samstag hat er zweieinhalb Stunden mit mir gesprochen. Er war sehr einfühlsam." Ob er Priester bleiben dürfe? Rothe: "Es war nie die Rede davon, dass ich vom Priesteramt suspendiert werde."
Indes geht Rothes früher Chef Ulrich Küchl, Ex-Regens des Seminars, auf Konfrontation mit Klaus Küng. Der Bischof hatte verordnet, dass Küchl in einem Frauenkloster - bei den "Religous Sisters of Mercy" in der Diözese Mainz - eine geistliche Auszeit nehmen müsse. Küchl zu NEWS: "Das Hauptziel dieses Ordens ist, den Armen, Kranken und Unwissenden zu dienen. Ich bin weder arm noch krank noch unwissend." Ob er laut Kirchenrecht dem Bischof nicht gehorchen müsse? Küchl: "Wenn ein Befehl unzumutbar ist, dann muss man ihn laut kanonischem Recht auch nicht befolgen."
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