Montag, 20. Dezember 2004

Kommt Mateschitz doch nach Spielberg zurück? LH Klasnic hat Anzeichen dafür

  • Red-Bull-Chef wolle nochmal über Projekt nachdenken
  • Machbarkeitsprüfung soll vorgelegt werden

Während Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz offiziell zur Zeit keine Aussagen mehr zum "Projekt Spielberg" macht, geht aus einem Bericht von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) an die steirische Landesregierung vom Montag hervor, dass sich der Red Bull-Boss zu dem 700-Mio.-Investvorhaben eine "Bedenkzeit" über Weihnachten ausgebeten hat und dann in der ersten Jänner-Hälfte für ein Gespräch über das momentan auf Eis liegende Projekt führen will.

Klasnic selbst verlautete nur, dass es keine Nachrichten gebe, die Neuigkeitswert hätten. Nun sei es an der Zeit "in Ruhe" vorzubereiten und an Vorschlägen zu arbeiten, um zu einem Ergebnis zu kommen. Weitere Informationen zu Klasnics Bericht lieferten ihre Stellvertreter Franz Voves (S) und Leopold Schöggl (F): Es habe einen aktuellen Kontakt der Landeshauptfrau mit Matschitz gegeben, dieser habe sich über Weihnachten "Bedenkzeit" oder eine "Nachdenkpause" ausbedungen, referierten die Klasnic-Stellvertreter.

Nach Mitteilung von LHStv. Schöggl will der inzwischen eigentlich schon abgesprungene Großinvestor in der ersten Jänner-Hälfte ein Gespräch führen. Schöggl forderte, dass bis dahin von der Expertengruppe unter Leitung von Wirtschaftslandesrat Gerald Schöpfer (V) eine Machbarkeitsprüfung vorgelegt wird. LHStv. Voves ließ darüber hinaus anklingen, dass auch an Alternativen weitergearbeitet wird. So werde es dieser Tage ein Gespräch von Klasnic mit dem Industriellen Hannes Androsch geben. Auch mit EADS-Zulieferern sei man in Kontakt: "Der Luftfahrt-Cluster nimmt Form an", so Voves. Bis Mitte oder Ende Jänner könnte es Konkreteres geben.

Die steirischen Bundesräte von ÖVP, SPÖ und FPÖ haben indessen am Montag einen Antrag im Bundesrat eingebracht, wonach im Rahmen der Task-Force unverzüglich darüber beraten werden soll, wie eine geeignete Begleitung von Projekten mit überregionaler Bedeutung realisiert werden kann. Dabei geht es um die Koordination von Bundes- und Landesstellen, und eventuell die Optimierung von Verfahrensabläufen bis hin zu weiteren gesetzlichen Maßnahmen.
(apa)

20.12.2004 14:37