Yukos-Tochter wurde zwangsversteigert:
"Baikalfinansgroup" kauft Yuganskneftegaz
- Unbekannter Käufer legt sieben Milliarden Euro hin
- Favorisierter Energiekonzern Gazprom ging leer aus
Die Zwangsversteigerung des wichtigsten Förderbetriebs des russischen Ölkonzerns Yukos ist am Sonntag in Moskau mit einer Überraschung zu Ende gegangen. Der Russische Fonds für Staatseigentum erklärte den in Finanzkreisen bis dahin unbekannten Bieter Baikalfinansgroup (Baikalfinanzgruppe) zum Sieger. Damit bekam der Energiekonzern Gazprom nicht wie von vielen Experten erwartet den Zuschlag für die Yukos-Tochter Juganskneftegas.
Die Baikalfinanzgruppe erhielt für die Summe von 260,7 Milliarden Rubel (7,04 Mrd. Euro) den Zuschlag. Im Vorfeld der Auktion war von einer Teilnahme des Bieters mit Sitz in der nördlich von Moskau gelegenen Stadt Twer nichts bekannt geworden. Es war zunächst nicht ganz klar, ob Baikal mit Gazprom in Verbindung steht oder konkurrierende Interessen vertritt. Hinter der Gruppe soll nach Vermutungen von Marktexperten der Ölkonzern Surgutneftegas stehen. Baikalfinansgroup hatte sich erst am Freitag als letzter Bieter für die Versteigerung registrieren lassen.
Neben dem meistbietenden Unternehmen hatte nur noch die Öl-Tochter des Erdgasriesen Gazprom, Gazpromneft, an der Zwangsversteigerung teilgenommen. Gazpromneft-Vertreter weigerten sich in der letzten Minute der Auktion aus zunächst unbekannten Gründen, das letzte Gebot des Konkurrenten noch zu überbieten. Zur Versteigerung standen 76,8 Prozent von Yuganskneftegas.
Die Baikalfinanzgruppe bot zunächst den Mindestpreis von 246 Milliarden Rubel. Daraufhin bat der Repräsentant der Gazprom-Tochter Gazpromneft um Gelegenheit zu einem Telefonat. Als Baikalfinanzgruppe dann auf 260,7 Milliarden Rubel erhöhte, verzichtete Gazpromneft.
Die russische Regierung fordert von Yukos Steuernachzahlungen in Höhe von umgerechnet 20,7 Milliarden Euro, die unter anderem der Verkauf von Yuganskneftegas einbringen soll. Yukos-Gründer Michail Chodorkowski wurde im Oktober vergangenen Jahres festgenommen. Er wirft der Regierung politische Motive vor, da er vor der Präsidentenwahl oppositionelle Parteien finanziell unterstützt hatte.
(apa/red)
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