Freitag, 17. Dezember 2004

USA steht auf "Made in Austria": Exporte aus Österreich sind stark gestiegen

  • 37 Prozent mehr in den ersten drei Quartalen 2004
  • Zuwachs bei Fahrzeugen und Energy-Drinks

Die österreichischen Exporte in die USA sind im Aufwind: In den ersten drei Quartalen des Jahres 2004 konnten die Exporte um fast 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen und liegen nun bei knapp über vier Mrd. Euro. Bis zum Jahresende könnten die Ausfuhren in die USA erstmals die fünf Mrd. Euro-Grenze überschreiten, so der österreichische Handelsdelegierte in New York, Bruno Freytag. Die USA bleiben somit weiter unangefochten der drittwichtigste Exportmarkt nach Deutschland und Italien und der wichtigste Überseemarkt für Österreich.

Der größte Anteil an diesem Zuwachs resultiert aus dem Export von Personenkraftwagen, der um fast 400 Prozent auf 1,34 Mrd. Euro angestiegen ist. Der in der Steiermark hergestellte BMW X3 hat sich in den USA zu einem wahren Exportschlager entwickelt. Aber auch bei anderen Produkten waren beachtliche Zuwachsraten zu verzeichnen. So sind die Exporte von Energy-Drinks, von Rohren aus Gusseisen und von Waren aus Aluminium angestiegen. Auf hohem Niveau wenn auch leicht rückläufig blieben die Lieferungen von pharmazeutische Produkten und Motoren.

Der starke Euro habe sich bisher bei den österreichischen Exporten in die USA noch nicht abschwächend ausgewirkt, meint der Handelsdelegierte. Unmittelbar erwarte er sich zwar keine wesentlichen negativen Folgen, sollte der Euro aber noch weiter steigen oder länger über der 1,3 Marke in Relation zum Dollar bleiben werde sich dies sicherlich auch auf die österreichischen Exporte auswirken. Besondere Chancen für österreichische Firmen sieht Freytag weiterhin im Bereich Investitionsgüter, da amerikanische Firmen mit viel verfügbarem Kapital nun auch in die eigenen Produktionsanlagen investieren. Bedingt durch den Euro-Dollar-Kurs steige auch das Interesse österreichischer Unternehmen in den USA eine eigene Produktion aufzubauen.

Allgemein sind die Konjunkturaussichten in den USA gut, resümiert Freytag: Das Investitionsklima wird von vielen Unternehmen als positiv beurteilt und der Index des Vertrauens der Unternehmer ist im Steigen. Die Wachstumsrate für das Gesamtjahr 2004 soll bei 4 Prozent liegen, weit höher als in anderen Industrienationen. Diese positive BIP-Entwicklung ist u.a. durch die gewachsenen US-Exporte bedingt, was wiederum auf den schwachen Dollarkurs zurück zu führen ist.

Als Risiko gelten jedoch die gestiegenen Verbraucherpreise, besonders die Energiekosten, welche derzeit schneller als das Arbeitseinkommen steigen. Die Arbeitslosenquote wird im letzten Quartal durch die Schaffung von 200.000 neuen Arbeitsplätzen rund 5,4 Prozent betragen. Ein großes Problem für die US-Wirtschaft stellt das immense Handelsbilanzdefizit dar, das im Oktober mit 55,5 Mrd. Dollar einen historischen Höchststand erreichte. Steigende Erdölpreise aber auch eine Zunahme des Imports von Konsumgütern haben zu dieser für die Amerikaner immer beunruhigender werdenden Entwicklung beigetragen. (apa)

17.12.2004 12:57