Steigerung um 0,25 Prozentpunkte: US- Notenbank erhöht neuerlich die Leitzinsen
- Satz für Tagesgeld beträgt nun 2,25 Prozent
- Weitere Zinserhöhungen für kommendes Jahr erwartet
Die amerikanische Notenbank hat die Leitzinsen am Dienstag wie erwartet zum fünften Mal in diesem Jahr erhöht. Der Satz für Tagesgeld wurde um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent erhöht, teilte die Notenbank (Fed) in Washington mit. Die Notenbanker haben weitere Zinserhöhungen im kommenden Jahr angedeutet.
Nach Ansicht der Notenbanker halten sich Risiken und Chancen im Hinblick auf Wachstum und Inflation zur Zeit die Waage. Weitere Zinserhöhungen "in angemessenen Schritten" seien möglich, hieß es in der Mitteilung des für die Zinsen zuständigen Offenmarktausschusses. Die Notenbank will ein "neutrales" Zinsniveau erreichen, das Wachstum bei moderater Inflationsrate möglich macht. Das neutrale Niveau liegt nach Angaben von Willam Poole, Chef der Regionalnotenbank von St. Louis, zwischen drei und fünf Prozent.
Die Fed hatte die Leitzinsen nach dem Platzen der Technologieblase Ende 2000 drastisch gesenkt, von 6,5 Prozent Anfang 2001 auf 1,0 Prozent im Juni 2003. Das war der tiefste Stand seit fast 50 Jahren. In diesem Sommer leitete Fed-Chef Alan Greenspan die Zinswende ein. Steigende Rohstoffpreise, ein besserer Arbeitsmarkt und der schwächere Dollar rückten Inflationssorgen in den Vordergrund.
Die US-Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresende robust. Im 3. Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt auf hoch gerechneter Jahresrate um 3,9 Prozent, nach 3,3 Prozent im 2. Quartal und 4,5 Prozent in den ersten drei Monaten. Für das 4. Quartal wird ein Wert deutlich über drei Prozent erwartet.
Allerdings ist der Dollarkurs in den vergangenen Monaten rapide zurückgegangen. Ökonomen warnen, dass ausländische Investoren, die die Rekorddefizite im amerikanischen Haushalt und in der Leistungsbilanz seit Jahren finanzieren, kalte Füße bekommen könnten. Greenspan könne gezwungen sein, die Zinsen als Risikoprämie für die ausländischen Anleger stärker zu erhöhen als für die US-Wirtschaft gut ist. Die US-Regierung will das Haushaltsdefizit von 413 Milliarden Dollar im Haushaltsjahr 2004 (31. Oktober) bis Ende ihrer Amtszeit halbieren.
(apa)
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