Starkes Energieplus ausschlaggebend: EVN erhöht Dividende für 2003/04 kräftig
- Die Ausschüttung steigt von 75 auf 95 Cent je Aktie
- 1,2 Milliarden Euro Umsatz im abgelaufenen Jahr
Der niederösterreichische Energieversorger EVN erhöht nach einer kräftigen Ergebnisverbesserung im abgelaufenen Geschäftsjahr die Dividende an die Aktionäre für 2003/04 deutlich um 26,7 Prozent von 75 auf 95 Cent je Aktie, teilte das börsennotierte Unternehmen am Dienstag mit.
Das Betriebsergebnis (EBIT) konnte die EVN in der Periode Oktober 2003 bis September 2004 um 11,8 Prozent auf 114,6 Millionen Euro steigern. Ihre Umsätze um 11,6 Prozent auf 1,207 Milliarden Euro gesteigert hat die EVN im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 nach eigenen Angaben vor allem wegen der Beiträge aus dem Abfallgeschäft und dem Projektgeschäft der neuen EVN-Tochter WTE. Damit verzeichnet die EVN-Gruppe erstmals auch mehr Erträge von außerhalb ihres Heimat- Bundeslandes Niederösterreich. Im Ausblick heißt es, für die EVN bestimmend sein werde in den nächsten Jahren auch die Weiterentwicklung der Partnerschaften im Rahmen der "Österreichischen Lösungen" für Strom und Gas.
Während sich die Erlöse bei Strom im Berichtszeitraum 2003/04 um 8,5 Prozent und bei Wärme um 12,8 Prozent erhöhten, verfünffachten sich die Wassererlöse auf 119,2 (21,4) Millionen Euro. Die Gaserlöse lagen in Folge der Auslagerung des Gashandels und Großkundenverkaufs an die EconGas um 14,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Beim Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) lag der Zuwachs mit 30,8 Prozent auf 297,6 Millionen Euro deutlich über den prognostizierten plus 18,9 Millionen Euro auf 270,4 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss wuchs um 14,5 Prozent auf 117,4 Millionen Euro gegenüber erwarteten plus 12,7 Prozent auf 115,7 Millionen Euro.
Generaldirektor Gruber geht mit 19. Jännerr
Der langjährige EVN-Generaldirektor Dr. Rudolf Gruber (70) wird sein Vorstandsmandat mit Ablauf der bevorstehenden EVN-Hauptversammlung am 19. Jänner 2005 zurücklegen, um einer Wahl in den Aufsichtsrat des Unternehmens zur Verfügung zu stehen, teilte der börsennotierte niederösterreichische Energieversorger am Dienstag mit.
Erst im Dezember 2001 war der Vertrag von Gruber mit Wirkung ab Mitte Jänner 2003 auf weitere fünf Jahre - also bis 2008 - verlängert worden. Der EVN-General steht seit 1968 an der Spitze des aus Newag/Niogas entstandenen Versorgers, der 1989 an die Börse gegangen ist. Gruber, Jahrgang 1933, wird am 28. Dezember 71 Jahre alt.
Nach dem überraschenden Rücktritt von Innenminister Ernst Strasser (V) Ende vergangener Woche hatte es Gerüchte um ein mögliches EVN-Engagement von Strasser gegeben, der erklärt hatte, er wolle in die Privatwirtschaft zurückkehren und verfüge von dort über "zwei durchaus interessante Angebote". Einen Wechsel zur EVN und eine Nachfolge von Rudolf Gruber dementierte Strasser jedoch am Montag: Dazu könne er "definitiv nein" sagen. "Das ist komplett falsch", erklärte Strasser im "Radio Niederösterreich". (apa)
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