Montag, 13. Dezember 2004

Brenner-Bahn: Der Basistunnel wird zwischen sechs und neun Mrd. Euro kosten

  • Geschäftsführer revidiert Gorbach-Aussagen im "Trend"
  • Die Fertigstellung wird für 2015 bis 2020 erwartet

Der neue Brenner-Basistunnel könnte offenbar teurer kommen als bisher erwartet. "Zwischen sechs und neun Milliarden Euro ist alles drin", sagte Brenner Eisenbahn (BEG)-Geschäftsführer Alexander Luschin in einem Interview mit der jüngsten Ausgabe des "trend". Die Fertigstellung sei im Zeitraum "zwischen 2015 und 2020 zu erwarten".

Luschin revidiert damit jüngste Aussagen von Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (F). Dieser hatte vergangene Woche in Brüssel für den rund 64 Kilometer langen Tunnel noch 6 Mrd. Euro Baukosten und eine Fertigstellung bis 2015 in Aussicht gestellt.

Laut Luschin bezieht sich der von Gorbach in Aussicht gestellte "Quickstart" 2006 nur auf logistische Maßnahmen zur Vorbereitung der Baustelle. Auch die Baukosten würde der Brenner-Eisenbahnmanager nicht genau benennen: "Ich würde das nicht so sagen. Es ist vermessen, eine effektive Zahl zu nennen, es hängt alles von der Geologie ab, das kann auch enorm teuer werden", so Luschin in dem Magazin-Interview.

Bisher gibt es nur den Auftrag zur Planung des Eisenbahntunnels. Außerdem haben Österreich und Italien eine gemeinsame Aktiengesellschaft gegründet. Am kommenden Samstag findet in Innsbruck die erste Aufsichtsratssitzung der neu gegründeten Gesellschaft statt. Dabei dürfte auch über die Vorstandsbesetzung entschieden werden. Für den Job gibt es laut Medienberichten mehr als zehn Interessenten - einer davon der frühere Brenner-Eisenbahn-Chef, Hans Lindenberger, der nach Differenzen mit dem Verkehrsministerium im Vorjahr abgesetzt worden war. (apa)

13.12.2004 10:31