Montag, 13. Dezember 2004

Übernahmeangebot der Deutschen Börse: Die London Stock Exchange lehnte ab

  • LSE wird aber über Verbesserung Gespräche führen
  • Londoner Aktien vorbörslich bis zu 19 Prozent im Plus

Die London Stock Exchange (LSE) hat nach der Ablehnung eines aus ihrer Sicht unangemessenen Übernahmeangebots durch die Deutsche Börse Gesprächen mit dem Konkurrenten über eine Verbesserung des Offerts zugestimmt. Die LSE-Aktien kletterten am Montag vorbörslich um bis zu 19 Prozent.

Die Deutsche Börse habe ein Angebot über 5,30 Pfund (7,7 Euro) je Aktie in bar vorgelegt, teilte die LSE am Montagfrüh mit. Mit dieser Offerte würden das Unternehmen sowie die Synergien aus einer Fusion als zu niedrig bewertet. Daher habe das Board abgelehnt. Trotzdem habe man Gesprächen mit der Deutschen Börse über eine Aufbesserung zugestimmt. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte zunächst keinen Kommentar abgeben und verwies auf eine Stellungnahme, die in Kürze veröffentlicht werden solle.

Bereits einmal in England abgeblitzt
Die Deutsche Börse versucht seit langem, die Konsolidierung des europäischen Börsensektors voranzutreiben. Im Sommer war sie am Widerstand der Schweizer Banken mit dem Plan einer Übernahme der Schweizer Börse SWX gescheitert. Im Jahr 2000 hatten die Frankfurter und die Londoner Börse schon einmal kurz vor der Fusion zur "IX-International Exchanges" gestanden. Das Projekt scheiterte an Vorbehalten lokaler Banken und Broker.

LSE-Aktien reagierten mit Kursanstieg
Die LSE-Aktien haben am Montag vorbörslich mit einem deutlichen Kurssprung auf das Übernahmeangebot der Deutschen Börse reagiert. Die Papiere wurden um 16 bis 19 Prozent höher bei 5,00 bis 5,10 Pfund gerechnet. Die Papiere der Deutschen Börse gaben im vorbörslichen Handel 1,5 Prozent nach.

Die Aktien der LSE haben in den vergangenen Wochen auf Grund von Spekulationen über ein mögliches Angebot der Deutschen Börse deutlich an Wert gewonnen und waren am Freitag mit 4,24 Pfund aus dem Handel gegangen. Börsianer rechnen mit Kursgewinnen bei der LSE zur Handelseröffnung, die Papiere der Deutschen Börse könnten angesichts der Größenordnung des Angebots zunächst nachgeben. (apa)

13.12.2004 09:12