23.12.2004 08:53

Schwimm-EM ein voller Erfolg: OSV zieht nach der Medaillenflut glücklich Bilanz

  • Sieben Mal Edelmetall für Österreich sind neuer Rekord
  • PLUS: Lob für die Veranstalter, nun winkt sogar eine WM

Mit 14 Aktiven ist das österreichische Schwimm-Team bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in der Wiener Stadthalle so groß wie noch nie bei internationalen Titelkämpfen gewesen, hoch wie nie war auch die Leistungsdichte in der OSV-Mannschaft. Sieben Medaillen bedeuteten neuen Edelmetall-Rekord, mit insgesamt 13 Final-Teilnahmen wurde auch in der Breite Stärke bewiesen. Elf OSV-Teilnehmer markierten persönliche Bestleistungen - nur Maxim Podoprigora, Mirna Jukic und Petra Zahrl blieben ohne.

Jukic zählte aber natürlich dennoch zu den OSV-Positiva dieser Titelkämpfe und zerbrach sich über das Nichterreichen ihrer Bestzeiten auch nicht weiter den Kopf: "Man kann nicht immer konstant schwimmen, darüber mache ich mir keine Sorgen." Das muss die 18-Jährige auch nicht, mit zwei "Silbernen" und Rang vier erreichte sie eine hervorragende Bilanz, auf die sie nächstes Jahr aufbauen will. "Bei der WM in Montreal möchte ich gerne auf das Podium. Und die Matura habe ich ja auch 2005", meinte Jukic.

Rogan: "Es war schon cool"
Früher stand sie mit zwei Medaillen immer im Mittelpunkt, diesmal im Schatten von Markus Rogan. Zwei Gold- und zwei Silber-Medaillen machten den 22-Jährigen nicht nur zum nationalen Helden, sondern auch zum internationalen Star. Nach den Leistungen in Einzel-Rennen war nur der Deutsche Thomas Rupprath erfolgreicher. Rogan: "Es war schon cool, so ein großes Schwimm-Ereignis hier zu haben." Seine Leistungen am Schlusstag mit zwei zweiten Rängen sah er nüchtern. "Ich hab' meine Erwartungen relativ emotionslos gelöst."

Ein bisschen wurmte ihm die 7/100-Niederlage gegen Rupprath über 100 m Rücken aber schon. Vielleicht war ja die eingeschobene Lagen-Siegerehrung Ausschlag gebend, dass Massage und Ausschwimmen zu kurz kamen. Rupprath hingegen hatte auf den Delfin-Sprint verzichtet. Für Fabienne Nadarajah reichte es zu Bronze, womit sie zufrieden sein durfte und auch war. Die 19-Jährige sieht das OSV-Lager klar im Aufschwung. "Es wird weiter bergauf gehen. Ich glaube nicht, dass wir uns so schnell von oben wieder verabschieden."

Draxler nahm Abschied
Schließlich stand Judith Draxler im Mittelpunkt des heimischen Interesses, auch ohne Medaille. Ihr Abschied am Sonntag ging unter die Haut. "Das war perfekt, ich hätte es mir nicht besser vorstellen können", meinte sie dazu. Danach blickte die 34-Jährige noch einmal zurück. "Als ich 1989 bei der EM in Bonn erstmals im Team war, haben wir uns alle enorm über meinen elften Platz gefreut. Das war die beste Platzierung", verdeutlichte Draxler den Aufschwung in den vergangenen Jahren.

Der Rest des OSV-Teams: Petra Zahrl (6./200 m Delfin) konnte ihr Potenzial nicht richtig umsetzen. Maxim Podoprigora (7./200 m Brust) ist der Trainingsmonat ohne Coach Andrzej Szarzynski nachgehängt. Dominik Koll lieferte einige Bestzeiten, war dann wegen seiner Krankheit im Oktober aber zu schwach, um wie über 100 m Kraul auch den 200-m-Rekord zu verbessern. Das ASV-Wien-Duo Sebastian Stoß und Lukas Ostermaier blieb etwas hinter den Erwartungen, enttäuschte aber nicht vollends.

Oliver Schmich war erstmals seit sechs Jahren wieder im Team und brachte auf den drei Lagen-Strecken solide Leistungen. Von den Jungen beeindruckte Birgit Koschischek mit Bestleistungen in allen ihren vier Bewerben, zudem erreichte die 17-Jährige drei Semifinali. Marilies Demal kann um einiges mehr, war bei ihrer ersten EM aber zu aufgeregt. Julia Lewandowski und Stefan Wipplinger, beide über die "Nachwuchs-Klausel" nominiert, sollten Erfahrung sammeln, schwammen jeweils eine Bestzeit.

Für OSV-Präsident Paul Schauer fiel das EM-Resümee natürlich positiv aus. "Organisatorisch und von der Stimmung her war es wunderbar. Wir können rundherum zufrieden sein." Auch sportlich fand der 58-Jährige kaum einen Schwachpunkt: "Die Leistungsträger, aber auch die Jungen haben ihr Können eindrucksvoll bewiesen." Das würdigten auch die Fans. Laut OK-Generalsekretär Alexander Zimmermann kamen inklusive aller Freikarten-Besitzer rund 15.500 Fans

23.12.2004 08:53
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