Donnerstag, 16. Dezember 2004

GAK ist aufgestiegen: Mit 2:0-Sieg gegen Alkmaar K.o.-Phase im UEFA-Cup erreicht!

  • Meister & Cupsieger jubelt über ein Jahr der Superlative
  • Österreich auf Überholkurs: Platz 14 der UEFA-Rangliste

Im Lager des österreichischen Doublegewinners GAK waren nach dem 2:0-Heimsieg gegen AZ Alkmaar und dem damit verbundenen Aufstieg in die UEFA-Cup-Runde der letzten 32 Superlative gefragt. "Das war der beste GAK, den ich je gesehen habe, und das in einem der wichtigsten Spiele des Jahres. Wir haben etwas geschafft, was ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu träumen gewagt habe", jubelte Klub-Präsident Rudi Roth und sprach von einem "Jahrhundertspiel zum Abschluss eines Jahrhundertjahrs". Trainer Walter Schachner bezeichnete sich schlicht als "glücklichsten Menschen".

Bei sämtlichen Beteiligten herrschte nach Schlusspfiff große Euphorie, überwintern die Grazer doch erstmals in der Vereinsgeschichte im Europacup. Der Erfolg über Alkmaar war der erste der "Rotjacken" im siebenten Anlauf gegen niederländische Vereine und gleichzeitig die erste Niederlage des aktuellen Tabellen-Zweiten der Ehrendivision nach 19 Pflichtspielen. "Der Sieg war verdient, denn die Mannschaft hat sich genau an die taktischen Vorgaben gehalten. Die Niederländer haben gut gespielt, aber wir haben ihnen keine Räume gelassen", lobte Schachner seine Schützlinge.

Dabei hatte "Schoko" vor der Partie noch leise Zweifel gehabt, ob die Mannschaft nach einer langen Saison noch einmal körperlich und geistig zu einer Glanzleistung im Stande sei. "Ein bisschen Angst war da, dass vielleicht schon die Luft draußen ist. Schließlich kostet es viel Kraft, die Räume eng zu machen." Die Sorgen erwiesen sich jedoch als völlig unbegründet. "Wir haben heute einfach alles richtig gemacht."

"Dnjepr muss es nicht unbedingt sein"
Während für die Grazer die Herbstsaison auf internationalem Parkett den absoluten Höhepunkt in der Vereinshistorie markiert, wird eine erfolgreiche Titelverteidigung in der heimischen Meisterschaft ein äußerst schwieriges Unterfangen. "Aber darüber will ich jetzt gar nicht nachdenken. Wir versuchen, uns optimal auf das Frühjahr vorzubereiten und denken von Spiel zu Spiel", lautet die Devise von Schachner.

Einen Wunschgegner für die Auslosung am Freitag hat der Meistermacher nicht. "Ich brauche kein Christkind mehr, ich habe in diesem Jahr schon alles bekommen", sagte der Coach. "Aber Dnjepr muss es nicht unbedingt sein." Als Tabellendritter bekommen die Grazer einen Gruppensieger zugelost, mögliche Kontrahenten sind unter anderem VfB Stuttgart, Middlesbrough, oder Lille.

Hoffen auf einen großen Verein
Mit Unterstützung durch neue namhafte Spieler darf Schachner in der kommenden UEFA-Cup-Runde nicht rechnen. "Wir haben so eine gute Mannschaft, da brauchen wir gar keine Neuen", tönte Roth. Neben dem präsidialen Vertrauen in den aktuellen Kader dürfte aber für die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt auch die Tatsache eine nicht unwesentliche Rolle spielen, dass der GAK in der laufenden Europacup-Saison trotz der Erfolge relativ wenig verdient hat. Das könnte sich nun ändern: "Wir hoffen auf einen großen Verein, den wir in Graz biegen können", so Roth.

Österreich auf Platz 14 der UEFA-Rangliste
Der Klub-Boss vergaß auch nicht, die nationale Bedeutung des Erfolgs hervorzuheben. "Wir haben für den österreichischen Fußball Großes geleistet", meinte Roth und hat damit völlig Recht: Durch die zwei zusätzlichen Punkte, die für die UEFA-Rangliste 0,5 Zähler Wert sind, schob sich Österreich in der Fünfjahreswertung vorbei an Russland und Israel auf Platz 14 nach vor und hat damit in der Saison 2006/07 zwei Champions-League-Quali-Plätze so gut wie sicher.

GAK - AZ Alkmaar 2:0 (1:0)
Graz, Schwarzenegger-Stadion, 12.500, SR Anton Genow/BUL.

Tore:
1:0 (41.) Aufhauser
2:0 (54.) Kollmann (Elfmeter)

GAK: Schranz - Pötscher (86. Dollinger), Ehmann, Tokic, Pogatetz - Standfest, Muratovic, Aufhauser, Amerhauser - Bazina (80. Sick), Kollmann (71. Skoro)

Alkmaar: Timmer - Kromkamp, Mathijsen, Opdam (63. Jaliens), De Cler - Landzaat, Van Galen (46. Nelisse), Buskermolen - Sektioui, Huysegems, Perez (73. El Khattabi)

Gelbe Karten: Aufhauser bzw. Van Galen, Opdam

Die Besten: Tokic, Bazina bzw. Timmer

(apa/red)

16.12.2004 13:00