Freitag, 17. Dezember 2004

Ski alpin: ÖSV-Damen in Val d'Isere um den ersten Abfahrtssieg seit 26 Jahren

  • Abschlusstraining wegen Schlechtwetters abgesagt
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Gut gepokert ist halb gewonnen! Wie prophezeit ist am Freitag das Abschlusstraining für die Doppelabfahrt der Damen in Val d'Isere am Wochenende (jeweils 10.30 Uhr/LIVE auf networld.at!) dem Wetter zum Opfer gefallen. Damit gilt für Samstag die gestürzte Trainingsliste vom Donnerstag und da hatten Renate Götschl und Michaela Dorfmeister in weiser Voraussicht vor dem Ziel gebremst. Immerhin geht es um den ersten Abfahrtssieg einer ÖSV-Dame in Val d'Isere seit 26 Jahren. Als letzte Österreicherin hatte Annemarie Moser Pröll am 16. Dezember 1978 dort eine Abfahrt gewonnen.

Schneefall und Wind waren die Bösewichter, die am Freitag wie erwartet das Abschlusstraining auf der OK-Piste verhinderten. Der österreichische Renndirektor Kurt Hoch, der übrigens am Saisonende seinen Job niederlegen will, sagte das Training bereits eine Stunde vor dem angesetzten Beginn ab. Und auch für das Wochenende sind die Wetteraussichten für den WM-Ort 2009 nicht sehr gut. In der Nacht soll es erneut schneien, die Organisatoren sind aber zuversichtlich.

Alle Hoffnungen ruhen auf Renate Götschl
Vor allem Götschl ist in der Abfahrt reif für den ersten Saisonsieg. Zweite Plätze in Super G und Abfahrt von Lake Louise sind die bisherige Saisonausbeute der Speed-Queen, die am vergangenen Samstag im Zauchensee-Super-G mit Zwischenbestzeit ausgeschieden war. "Ich denke, dass meine Startnummer passen wird. Die Strecke ist anspruchsvoll, ich freu mich schon auf die Abfahrten", sagte die Steirerin. Dorfmeister hatte in Lake Louise schon ihr Erfolgserlebnis und mit Bestzeit im ersten Training gezeigt, dass sie am Wochenende Mitfavoritin ist. Weniger rechnet sich Altenmarkt-SG-Siegerin Alexandra Meissnitzer aus. "In der Abfahrt bin ich noch nicht so weit", so die Salzburgerin.

Pech für Lokalmatadorin Montillet
Weniger weitsichtig als die ÖSV-Trainer waren offenbar ausgerechnet die Hausherren. "Unsere Coaches haben kein Wort davon gesagt, dass das Donnerstag-Training wegen der schlechten Wetterprognosen voraussichtlich für die Startnummer am Samstag entscheidend sein wird", ärgerte sich Carole Montillet-Carles. Die Olympiasiegerin hatte im Trainingsgewand trainiert und war deshalb wie eine Woche zuvor Bode Miller disqualifiziert worden. Montillet muss nun mit einer Nummer jenseits der 30 fahren.

Mit dabei ist erstmals in dieser Saison auch Maria Riesch. Die 20-jährige Deutsche, vergangene Saison Weltcup-Dritte, hatte sich im November beim Slalom-Training in den USA eine Knochenabsplitterung in der Schulter zugezogen und seitdem alle acht Rennen des Winters verpasst.

ÖSV-Abfahrtsteam für Val d'Isere: Renate Götschl, Michaela Dorfmeister, Alexandra Meissnitzer, Martina Lechner, Karin Blaser, Katja Wirth, Kathrin Wilhelm, Astrid Vierthaler, Selina Heregger

17.12.2004 14:01