Dreifachsieg beim Super G in Gröden: Walchhofer vor Maier und Benjamin Raich
- Der "Herminator" stößt Bode Miller noch vom "Stockerl"
- Mit Knauss und Görgl zwei weitere in den Top-Ten!
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Österreichs Ski-Herren haben den Gröden-Bann gebrochen und mit einem totalen Triumph endlich auch im Super G einen Weltcupsieg auf der Saslong eingefahren: Der Salzburger Michael Walchhofer setzte sich 12/100 Sekunden vor seinem Landsmann Hermann Maier durch, Dritter wurde der Tiroler Benjamin Raich (+0,30). Für Walchhofer war es der erste Super-G-Sieg seiner Karriere und der insgesamt dritte im Weltcup (je einen in Abfahrt und Kombination), Raich stand erstmals in seiner Karriere in dieser Disziplin auf dem Podest.
"Ich strahl' übers ganze G'sicht, des is a Wahnsinn für mi", kommentierte Walchhofer seinen ersten Saisonerfolg. "Hier zu gewinnen, ist ein absoluter Traum für mich." Dabei war der Start des Abfahrtsweltmeisters nach dem Mittwoch-Abfahrtstraining noch fraglich gewesen. Dieses hatte der Hotelier aus Altenmarkt zwar als Vierter beendet, jedoch bei einem Verschneider bei der Einfahrt in die Ciaslat eine Seitenbanddehnung im linken Knie erlitten.
"Ausgeschlafener" Walchhofer
Deshalb hatte er das Donnerstag-Training auslassen müssen, erst nach dem Einfahren am Freitagvormittag hatte er sich für ein Antreten entschieden. "Nach den zwei Tagen im Bett war ich heute besonders gut ausgeschlafen", scherzte der 29-Jährige, der im Grödnertal in den vergangenen drei Jahren jeweils Abfahrtszweiter geworden war.
Sieger hatte schmerzstillende Spritze verweigert
Bei seiner fehlerfreien Fahrt war von der Blessur nichts zu merken, obwohl Walchhofer eine schmerzstillende Spritze verweigert hatte. "Die bissl Schmerzen habe ich ausgehalten. Außerdem ist es besser, wenn man die Schmerzen nicht ganz ausschaltet, das ist besser für die Konzentration. Denn nachdem es mich nach den Kamelbuckeln einmal kurz hinten reingedrückt hatte, wusste ich, dass das Knie hält. Da hatte ich dann viel Selbstvertrauen", betonte der 1,92 m lange Speed-Spezialist. "Derzeit kann ich aber besser Ski fahren als gehen. Denn beim Skifahren braucht man mehr Körperspannung."
Maier nach Rang zwei "eher enttäuscht"
Nur etwas mehr als drei Meter betrug Walchhofers Vorsprung im Ziel auf seinen "Nachbarn" Maier, der vor allem wegen eines Schnitzers im Zielhang seinen 21. Super-G- und insgesamt 48. Weltcup-Sieg verpasste. "Dieses Ergebnis löst gemischte Gefühle in mir aus. Ich muss aber sagen, dass ich eher enttäuscht bin", meinte der "Herminator", der wieder einen neuen (Atomic-)Schuh im Rennen ausprobierte und mit diesem recht zufrieden war. "Der kurze Radius geht wieder, ich hatte viel Zeit zwischen den Toren. Das war sicher ein weiterer Schritt nach vor, jetzt geht es nur noch um Kleinigkeiten bei der Abstimmung zwischen Ski und Schuh."
Maiers ÖSV-Resümee fiel dagegen rundum positiv aus: "Drei Österreicher auf dem Podium. Das ist ein typisches Super-G-Ergebnis. Da kann man zufrieden sein!"
Fast genauso breit wie Triumphator Walchhofer strahlte Raich nach seiner ersten Siegerehrung im Super G. "Ich hatte eine sehr gute Fahrt. Vor allem unten habe ich Gas gegeben und einen guten Lauf erwischt", betonte der 26-jährige Pitztaler.
Miller trotz Platz vier zufrieden
Der US-Amerikaner Bode Miller (+0,69) verpasste diesmal als Vierter das Podest, war aber trotzdem nicht unzufrieden. "Meine Fahrt war heute alles andere als super. Wenn man damit trotzdem Vierter wird, dann kann man auch zufrieden sein", analysierte der sechsfache Saisonsieger, der noch immer komfortable 361 Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Maier in der Gesamtwertung hat.
Mit dem Steirer Hans Knauß (+0,86) als Sechstem und dem steirischen Beaver-Creek-Sieger Stephan Görgl (+1,18) als Zehntem landeten insgesamt fünf Österreicher in den Top Ten. Für letzteren wäre allerdings beim Gröden-Debüt noch mehr möglich gewesen. "Ich habe unten ein bisschen rausgenommen. Da hatte ich doch ein wenig Respekt, weil es sehr eisig und schlagig war", gestand Görgl. "Doch fürs erste Mal kann man mit Platz zehn in Gröden zufrieden sein."
| Endstand des Weltcup-Super-G der Herren am Freitag im Grödnertal: | |||||
| 1. | Michael Walchhofer | AUT | 1:31,17 Min. - Schnitt: 93,39 km/h | ||
| 2. | Hermann Maier | AUT | 1:31,29 | +0,12 | +3,11 m |
| 3. | Benjamin Raich | AUT | 1:31,47 | +0,30 | +7,76 m |
| 4. | Bode Miller | USA | 1:31,86 | +0,69 | +17,77 m |
| 5. | Aksel Lund Svindal | NOR | 1:31,98 | +0,81 | +20,83 m |
| 6. | Hans Knauß | AUT | 1:32,03 | +0,86 | +22,10 m |
| 7. | Didier Cuche | SUI | 1:32,27 | +1,10 | +28,19 m |
| . | Marco Büchel | LIE | 1:32,27 | +1,10 | +28,19 m |
| 9. | Bruno Kernen | SUI | 1:32,31 | +1,14 | +29,21 m |
| 10. | Stephan Görgl | AUT | 1:32,35 | +1,18 | +30,22 m |
| 11. | Fritz Strobl | AUT | 1:32,46 | +1,29 | +33,00 m |
| 12. | Mario Scheiber | AUT | 1:32,47 | +1,30 | +33,25 m |
| 13. | Christoph Gruber | AUT | 1:32,54 | +1,37 | +35,01 m |
| . | Daron Rahlves | USA | 1:32,54 | +1,37 | +35,01 m |
| 15. | Antoine Deneriaz | FRA | 1:32,55 | +1,38 | +35,26 m |
| 16. | Kjetil-Andre Aamodt | NOR | 1:32,59 | +1,42 | +36,27 m |
| 17. | Francois Bourque | CAN | 1:32,64 | +1,47 | +37,53 m |
| 18. | Didier Defago | SUI | 1:32,76 | +1,59 | +40,54 m |
| 19. | Bjarne Solbakken | NOR | 1:32,84 | +1,67 | +42,54 m |
| 20. | Patrick Staudacher | ITA | 1:32,91 | +1,74 | +44,29 m |
| 21. | Tobias Grünenfelder | SUI | 1:32,94 | +1,77 | +45,04 m |
| 22. | Johann Grugger | AUT | 1:32,99 | +1,82 | +46,29 m |
| 23. | Alessandro Fattori | ITA | 1:33,00 | +1,83 | +46,54 m |
| 24. | Lasse Kjus | NOR | 1:33,02 | +1,85 | +47,04 m |
| 25. | Sebastien Fournier-Bidoz | FRA | 1:33,04 | +1,87 | +47,53 m |
| 26. | Jürg Grünenfelder | SUI | 1:33,05 | +1,88 | +47,78 m |
| 27. | Bryon Friedman | USA | 1:33,06 | +1,89 | +48,03 m |
| 28. | Patrik Järbyn | SWE | 1:33,08 | +1,91 | +48,53 m |
| 29. | Finlay Mickel | GBR | 1:33,22 | +2,05 | +52,01 m |
| 30. | Scott Macartney | USA | 1:33,24 | +2,07 | +52,51 m |
(apa/red)
