Donnerstag, 16. Dezember 2004

Nach Sensationssieg von Grandi beim RTL in Alta Badia: ÖSV-Stars wollen Revanche!

  • Erster Erfolg für Kanadier, Raich wird 2., Maier Dritter
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Im Herren-Ski-Weltcup geht es derzeit drunter und drüber, der Tross erlebte am Freitag, Samstag und Sonntag in Italien das Wochenende der Top-Sensationen. Zwei Tage nach dem Bekanntwerden der positiven A-Dopingprobe von Hans Knauß und 24 Stunden nach dem Abfahrtstriumph des Deutschen Max Rauffer in Gröden holte sich am Sonntag der Kanadier Thomas Grandi den Sieg im Riesentorlauf in Alta Badia.

Österreichs Herren durften sich im vierten Saison-Riesentorlauf gleich über zwei Stockerlplätze freuen, denn hinter Grandi, der so wie Rauffer den ersten Sieg seiner Weltcup-Karriere feierte, landeten Benjamin Raich und Hermann Maier auf den Plätzen zwei und drei.

Maier führt jetzt im Riesentorlauf-Weltcup
Maier, auf Grund der Ausfälle von Bode Miller (USA) und Halbzeit-Leader Kalle Palander (FIN) neuer Leader im Riesentorlauf-Weltcup, teilte sich Rang drei mit dem Schweizer Didier Cuche, der "Herminator" machte damit gleichzeitig auch bestmögliche Werbung für seinen Heim-Riesentorlauf am Dienstag in Flachau. Der Vorsprung von Miller auf die ÖSV-Armada ist im Gesamt-Weltcup leicht geschmolzen, Maier hat "nur noch" 319 Zähler Rückstand auf den überlegenen US-Boy.

Nur mehr Görgl und Mayer in den Punkten
Hinter Raich und Maier klaffte im ÖSV-Team jedoch auf der Jahr für Jahr extrem schwierigen "Gran Risa" (maximale Neigung: 53 Prozent!) ein großes Loch, lediglich Stephan Görgl (25.) und Christian Mayer (26.) landeten noch in den Punkterängen. Hannes Reichelt (32.) und Christoph Gruber (37.) verpassten die Top-30 ebenso wie die ausgeschiedenen Rainer Schönfelder, Hannes Reiter, Georg Streitberger und Patrick Bechter.

Cheftrainer Giger ist sehr zufrieden
Das konnte der Freude von Herren-Cheftrainer Toni Giger aber keinerlei Abbruch tun. "In den letzten Jahren hat es in Alta Badia nicht so gut für uns ausgesehen. Jetzt haben wir zwei Mann auf dem Stockerl. Vor allem der zweite Lauf von Benni Raich war unglaublich, aber auch Hut ab vor Hermann Maier", freute sich der Salzburger, dessen Schützling Raich im zweiten Durchgang Laufbestzeit markierte.

Maier mit einem "super Ergebnis"
"Vor allem auf Grund des dichten Programmes ein super Ergebnis", betonte Maier nach seinem dritten Riesentorlauf-Stockerlplatz in Serie. Der Flachauer litt aber auch mit dem im Finale ausgeschiedenen Kalle Palander mit: "Dieser Ausfall ist tragisch, denn bis dahin war das eine echte Riesentorlauf-Demonstration."

Grandi: "Zwick mich, ich glaub ich träume"
Mann des Tages war aber Grandi, der für den ersten kanadischen Herren-Riesentorlauf-Sieg der Weltcup-Geschichte sorgte. Bereits im Jänner 2004 hatte der in Bozen geborene 31-Jährige kanadische Ski-Historie geschrieben, im Kitzbühel-Slalom hatte Grandi nämlich mit Platz zwei hinter Palander den ersten kanadischen Weltcup-Podestplatz in einer technischen Disziplin eingefahren. "Es ist unglaublich. Ich habe zu meinem Trainer gesagt: 'Zwick mich, ich glaub ich träume'", jubelte Grandi, der durch den Zielraum tanzte und den Schnee küsste.

Nach Rauffer ein weiterer Sieger mit österreichischer Unterstützung
Wie der Deutsche Rauffer ist auch der Kanadier Grandi von zahlreichen österreichischen Trainern umgeben, auch hier fruchtet die "Entwicklungshilfe" bereits blendend. Im Team der "Crazy Canucks" haben nämlich u.a. die Österreicher Max Gartner (Alpinchef), Burkhard Schaffer (Herrenchef) und Michael Fichta (Konditionstrainer) das Sagen.

Mayer hofft auf Start in Flachau
Viertbester Österreicher war Christian Mayer bei seiner "zweiten letzten Chance" als 26. "Der erste Durchgang war gut, im zweiten ist es mir zu viel hin und her gegangen. Ich hoffe aber, dass ich in Flachau starten darf", hofft der Kärntner auf weitere Rennen.

Endstand des Weltcup-Riesentorlaufs am Sonntag in Alta Badia:
1.Thomas GrandiCAN2:34,23 Min..1:15,111:19,12
2.Benjamin RaichAUT2:34,80+0,57 Sek.1:15,811:18,99
3.Didier CucheSUI2:35,14+0,911:15,171:19,97
.Hermann MaierAUT2:35,14+0,911:15,481:19,66
5.Jean-Philippe RoyCAN2:35,32+1,091:15,711:19,61
6.Mirko DeflorianITA2:35,55+1,321:15,931:19,62
7.Massimiliano BlardoneITA2:35,89+1,661:15,221:20,67
8.Daron RahlvesUSA2:35,97+1,741:16,031:19,94
9.Joel ChenalFRA2:35,99+1,761:15,741:20,25
10.Didier DefagoSUI2:36,07+1,841:15,531:20,54
11.Manfred MölggITA2:36,18+1,951:16,641:19,54
12.Davide SimoncelliITA2:36,24+2,011:15,861:20,38
.Frederic CoviliFRA2:36,24+2,011:15,961:20,28
14.James CochranUSA2:36,54+2,311:16,191:20,35
15.Lucas SenonerITA2:36,93+2,701:16,681:20,25
16.Fredrik NybergSWE2:36,94+2,711:16,341:20,60
17.Ondrej BankCZE2:37,01+2,781:16,841:20,17
18.Kjetil-Andre AamodtNOR2:37,04+2,811:16,331:20,71
19.Kjetil JansrudNOR2:37,09+2,861:17,151:19,94
20.Erik SchlopyUSA2:37,30+3,071:16,671:20,63
21.Alessandro RobertoITA2:37,42+3,191:16,711:20,71
22.Aksel Lund SvindalNOR2:37,60+3,371:16,481:21,12
23.Sami UotilaFIN2:38,11+3,881:16,971:21,14
24.Bjarne SolbakkenNOR2:38,21+3,981:16,381:21,83
25.Stephan GörglAUT2:38,35+4,121:17,161:21,19
26.Christian MayerAUT2:38,66+4,431:16,671:21,99
27.Bruno KernenSUI2:38,97+4,741:17,091:21,88
28.Dane SpencerUSA2:41,07+6,841:15,751:25,32

Ausgeschieden im 1. Durchgang: u.a. Alberto Schieppati (ITA), Georg Streitberger (AUT), Hannes Reiter (AUT), Lasse Kjus (NOR), Patrick Bechter (AUT), Rainer Schönfelder (AUT), Truls Ove Karlsen (NOR)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Bode Miller (USA), Kalle Palander (FIN)

(apa/red)

16.12.2004 09:27