Nordische Kombination: Wilhelm Denifl zog sich in Seefeld offenen Beinbruch zu
- Team-Weltmeister fällt wohl für Rest der Saison aus
- Salzburger Gottwald siegte beim Einladungsrennen
Felix Gottwald hat am Samstag seinen ersten Saisonsieg gefeiert, wenn auch nur bei einem vom ÖSV veranstalteten Einladungsrennen. Der Salzburger lief in Seefeld vom siebenten Rang nach dem Springen zum Erfolg und ließ damit erstmals in dieser Saison den deutschen Weltcup-Leader Ronny Ackermann hinter sich. Der große Wermutstropfen dieser Veranstaltung aus ÖSV-Sicht: Wilhelm Denifl, Mitglied des Weltmeisterteams in Val di Fiemme, erlitt im Auslauf wegen einer nicht aufgesprungenen Bindung einen offenen Bruch des linken Beins und wird voraussichtlich den Rest der Saison ausfallen.
"Es hat ihm beim Telemark die Ski verschnitten, dann ist die Bindung nicht aufgegangen", berichtete Mitveranstalter und ÖSV-Pressemann Erich Wagner. "Es tut uns besonders Leid für ihn, weil er sich jetzt schon zum dritten Mal zu Saisonbeginn verletzt hat."
Denifl bereits operiert
Denifl wurde noch am Samstagnachmittag in der Innsbrucker Klinik operiert. Das Wadenbein ist knapp oberhalb des Sprunggelenks gebrochen und es war ein offener Bruch. Mittlerweile sind seine Familie und seine Freundin bei ihm und er fühlt sich den Umständen entsprechend gut. Die Operation verlief ohne Probleme.
"Wie es ausschaut, hätte ich mit dem Sprung das Springen gewonnen. Schade. Ich bin froh, dass das Schienbein nichts abbekommen hat und dass mich die Ärzte so schnell und gut versorgt haben. Jetzt gilt es eben wieder, in die Zukunft zu blicken. So ein Wadenbein heilt ja relativ schnell", war Denifl schon wieder recht optimistisch.
Mitfühlend zeigte sich freilich auch der Rest des Teams, allen voran Cheftrainer Günther Chromecek. "Dass sich Willi ausgerechnet beim ÖSV-Einladungswettkampf ein Bein brechen muss, ist natürlich bitter. Das ist ein harter Rückschlag für ihn und für das gesamte Team im Hinblick auf die WM. Hoffentlich geht es ihm bald wieder gut."
Gottwald tankte Selbstvertrauen
Für Felix Gottwald gab es abgesehen davon Grund zur Freude. Denn auch ein Sieg bei einem Einladungsrennen bringt Selbstvertrauen. "Das Siegen musst du einfach spüren. Und wenn du es spürst, dann wirst du süchtig danach", meinte Gottwald, der für den Erfolg immerhin 5.000 Euro Weihnachtsgeld einstreifen durfte. Der Deutsche Ackermann war als Neunter in die Loipe gegangen. Er überholte den nach dem Springen führenden Franzosen Ludovic Roux, zu diesem Zeitpunkt schon hinter Gottwald zurückgefallen, 500 Meter vor dem Ziel und sicherte sich 2.750 Euro.
Der Einladungswettkampf war zu Stande gekommen, weil die FIS für das ausgefallene Rennen in Val di Fiemme keinen Ersatz gefunden hatte. Dem Ruf des ÖSV nach Seefeld waren immerhin 31 Starter aus sechs Nationen gefolgt, womit die 24 Tage lange Wettkampfpause bis 30. Dezember in Oberhof zumindest inoffiziell unterbrochen wurde.
(apa)
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