E-Card löst den Krankenschein ab: Neue Technik für alle Österreicher im Anmarsch
- Kartengebühr von zehn Euro pro Jahr wird fällig
- Mit 2005 kein Gang zum Chefarzt mehr notwendig
Der Krankenschein wird im Laufe des Jahres von der "E-Card" abgelöst. Bis Ende November soll jeder Österreicher seine Karte haben. Statt der Krankenscheingebühr (pro Schein 3,63 Euro) gibt es dann eine Kartengebühr von zehn Euro pro Jahr. Diese wird im November erstmals für das Jahr 2006 vom Dienstgeber eingehoben. Der Vorteil: Wer mehr als drei Krankenscheine pro Jahr gebraucht hat, fährt künftig günstiger. Der Nachteil: Die zehn Euro zahlen auch Versicherte, die das ganze Jahr keinen Arzt brauchen.
Auf der E-Card werden grundsätzlich nur Name, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer, Geschlecht und Benutzergruppen-Kennzeichen (z.B. Pensionistenstatus) gespeichert. Auf Wunsch können aber auch Notfalldaten (chronische Krankheiten, Allergien etc.) vermerkt werden.
Eine Änderung für die Patienten gibt es weiters bei der Chefarztpflicht. Die Bewilligungspflicht für bestimmte teure Medikamente bleibt zwar vorerst, dem Patienten wird ab Jänner 2005 aber der Gang zum Chefarzt erspart. Mit der flächendeckenden Einführung der Chipkarte Ende 2005 wird die Genehmigung direkt von den Ärzten eingeholt. In der elfmonatigen Übergangsfrist bis dahin ist grundsätzlich nur noch eine nachträgliche Kontrolle der Verschreibungen vorgesehen.
Nach 30 Jahren wird schließlich die Vorsorgeuntersuchung erneuert. Das Angebot der einmal pro Jahr auf Krankenschein kostenlos möglichen Vorsorgeuntersuchungen wird erweitert. Es soll nach Geschlecht, Alter und Risikogruppe differenziert und verstärkt auf Beratung und einen gesunden Lebensstil gesetzt werden. Um die Vorsorge-Rate zu erhöhen, gibt es ein neues "Einladungssystem".
Über 50-Jährige werden mit Briefen über die Darmkrebsvorsorge informiert, Frauen über 40 alle zwei Jahre über die Mammographie (Brustkrebsvorsorge). Analog zum Mutter-Kind-Pass wird in diesem Zusammenhang ein Gesundheitspass für alle Altersgruppen eingeführt. (apa/red)
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