Katastrophenjahr 2004: Über 300.000 Menschen sind ums Leben gekommen!
- Im letztzn Jahr gab es weltweit rund 330 Unglücke
- Schäden beliefen sich auf 123 Milliarden Dollar
Katastrophen haben im vergangenen Jahr mehr als 300.000 Menschen das Leben gekostet. Die Schäden beliefen sich auf 123 Milliarden Dollar (92,8 Millionen Euro), wovon der Rekordwert von 49 Milliarden Dollar durch Versicherungen gedeckt war, wie der Schweizer Rückversicherer Swiss Re am Dienstag in Zürich bekannt gab.
Für das Jahr 2004 wurden weltweit rund 330 Natur- und so genannte Man-made-Katastrophen in die Statistik einbezogen, wie Swiss Re mitteilte. Allein in Folge des Tsunamis im Indischen Ozean muss mit bis zu 280.000 Toten und Vermissten gerechnet werden. Mehr Opfer wurden laut Swiss Re in den vergangenen 25 Jahren einzig bei der Sturm- und Flutkatastrophe in Bangladesch am 14. November 1970 verzeichnet. Damals kamen etwa 300.000 Menschen ums Leben.
Für die Sachversicherer sei 2004 ein immens teures Jahr gewesen. Die Schäden gehen vor allem auf Stürme zurück. Wirbelstürme in den USA und der Karibik belasteten die Versicherer mit insgesamt 32 Milliarden Dollar, Taifune in Japan und umliegenden Ländern mit weiteren sechs Milliarden Dollar. Dazu hätten sowohl die hohe Frequenz von Stürmen - 13 Hurrikane in den USA und zehn Taifune in Japan - als auch die zunehmende Konzentration von Vermögenswerten in gefährdeten Küstengebieten beigetragen. Die erhöhte Sturmhäufigkeit erkläre die Klimawissenschaft mit den überdurchschnittlich warmen Meeresoberflächen und erhöhten Jahresdurchschnittstemperaturen, wie sie in der letzten Dekade auftraten. So sei 2004 weltweit das viertwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturmessungen 1861 gewesen.
Der Trend zu steigenden Wertekonzentrationen sei bei den Stürmen in Florida deutlich geworden. Die enormen Schäden von 19 Milliarden Dollar seien vor dem Hintergrund der zwischen 1980 und 2001 um 70 Prozent gewachsenen Bevölkerung zu sehen. Im gleichen Zeitraum habe das Bruttoinlandsprodukt des US-Staats um 130 Prozent zugenommen.
Mit knapp 50 Milliarden Dollar (37,7 Mrd. Euro) hätten die versicherten Schäden eine neue Dimension angenommen, schreibt Swiss Re. Anders als 1992 und 2001 als mit dem Hurrikan Andrew und dem Anschlag vom 11. September Einzelereignisse die Schadensbilanz dominierten, gehe die Rekordbelastung 2004 auf die Kumulation mehrerer teurer Schäden zurück.
(apa)
