Gefährliche Machtspiele in der Ukraine: Suche nach dem Juschtschenko-Attentäter
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Der stellvertretende ukrainische Geheimdienstchef Wolodimir Saziuk hat eine Verwicklung in den mutmaßlichen Giftanschlag auf den Oppositionspolitiker Viktor Juschtschenko bestritten. Juschtschenko hatte am Donnerstag erstmals die Regierung direkt für seine Dioxin-Vergiftung verantwortlich gemacht und auch Zeit und Ort der vermeintlichen Tat genannt.
Am 5. September habe er mit Geheimdienstchef Ihor Smeschko und dessen Stellvertreter Saziuk zu Abend gegessen, sagte Juschtschenko der Nachrichtenagentur AP. "Dies war der einzige Ort, an dem niemand aus meinem Team anwesend war und an dem keine Vorsichtsmaßnahmen wegen des Essens getroffen wurden." Das fragliche Essen fand in Saziuks Datscha statt.
Der Präsidentschaftskandidat der Opposition sagte, es habe sich um den Versuch eines politischen Mordes gehandelt. Seinen Ärzten in Wien berichtete er von Kopf- und Magenschmerzen, die unmittelbar nach dem Abendessen aufgetreten seien.
Der Vize-Geheimdienstchef bestätigte in einem Interview mit der in Kiew erscheinenden Zeitung "Stolitschnje Nowosti", dass das Essen bei ihm stattgefunden habe. Mit Juschtschenkos Vergiftung habe er aber nichts zu tun. Anders als von Juschtschenko dargestellt, habe an dem Essen auch noch eine vierte Person teilgenommen, sagte Saziuk. Dabei handelte es sich nach seinen Angaben um David Schwanja, einen Abgeordneten und Verbündeten Juschtschenkos.
Schwanja habe auch das Treffen organisiert, das ursprünglich schon am 4. September stattfinden sollte, aber wegen Terminschwierigkeiten Juschtschenkos und Schwanjas um einen Tag verschoben worden sei. Das Essen sei von einer Person in der Küche zubereitet und von zwei weiteren Personen serviert worden. Schwanja wollte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP nicht zu der Darstellung Saziuks äußern. (apa/red)
