Streit zwischen Kuba und USA eskaliert: Aufregung über "Weihnachtsschmuck"
- US-Vertretung erinnert an 75 verhaftete Dissidenten
- Havanna stellt im Gegenzug Plakate mit Folter-Fotos auf
Der Streit über Weihnachtsschmuck zwischen den USA und Kuba ist eskaliert. Nachdem die US-Vertretung in Havanna einen auffällig leuchtenden Schmuck mit einer großen "75" zur Erinnerung an 75 festgenommene Dissidenten angebracht hatte, stellten die kubanischen Behörden am Freitag mehrere Plakate mit Fotos von Misshandlungen im US-Militärgefängnis Abu Ghraib im Irak auf.
Zu lesen war der Spruch "Faschisten aus den USA". Ein weiteres Plakat zeigte ein rotes Hakenkreuz auf schwarzem Grund. Nahe dem Eingang zur Ständigen Vertretung der USA in Havanna war unter den Worten "Fröhliches Neues Jahr" eine Zeichnung von einem US-Soldaten zu sehen, der sein Gewehr auf den Kopf eines Kindes richtet.
Ein US-Diplomat in Havanna bezeichnete die Aktion als "fanatisch und übertrieben". Die Vereinigten Staaten wünschten den Kubanern fröhliche Festtage und wollten eine "Debatte über Menschenrechte anstoßen". Das kubanische Außenministerium hatte den Leiter der US- Vertretung, James Cason, am Montag wegen des Weihnachtsschmucks einbestellt. Cason weigerte sich aber, den Schmuck zu entfernen.
Das kommunistische Kuba unterhält seit 1961 keine normalen diplomatischen Beziehungen zu den USA. Zwischen den beiden Ländern kommt es immer wieder zu Spannungen. In dieser Woche hatten sich hunderttausende Armeeangehörige und Zivilisten in Übungen auf eine angeblich von den USA geplante Invasion vorbereitet.
(apa)
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