Truppenbesuch in Bosnien: Ein "Fes" für Heinz Fischer und Günther Platter!
- Weihnachten bei den Soldaten von EUFOR und KFOR
- Maroni, Krippe und Spenden für "Licht ins Dunkel"

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Weihnachten im Militärcamp steht heuer für knapp 280 österreichische Angehörige der EUFOR-Friedenstruppe "Althea" in Bosnien-Herzegowina am Programm. Zum Ausgleich gab es am Montag von Bundespräsident Heinz Fischer und Verteidigungsminister Günther Platter (V) hohen Besuch in Sarajewo. Als Geschenke brachten sie neue Splitterschutzwesten und Teile des neuen Kampfanzugs. Am Dienstag folgte zum Abschluss des Auslandsbesuches ein Treffen mit den österreichischen Soldaten im Kosovo. Mit nach Österreich nahmen Fischer und Platter je einen Fes, die traditionelle Kopf- bedeckung der Moslems in Bosnien.
Fischer betonte bei seiner Visite im Camp Casablanca bei Suva Reka in der von der UNO verwalteten südserbischen Provinz Kosovo, "wie wichtig das Engagement Österreichs in diesem Raum ist", teilte Meinrad Rauchensteiner von der Präsidentschaftskanzlei der APA telefonisch mit.
Zum künftigen Status des Kosovo wollte sich der Bundespräsident nicht äußern. Man müsse "danach trachten, dass die Menschen egal welcher Nationalität im Frieden im Kosovo leben können", sagte Fischer. Verteidigungsminister Platter fügte hinzu, dass das österreichische KFOR-Kontingent auch nächstes Jahr bis zu 600 Soldaten betragen werde. Treffen mit Vertretern der Kosovo- Institutionen sowie der UNO-Übergangsverwaltung (UNMIK) waren nicht geplant.
Fischer und Platter waren aus Bosnien-Herzegowina in die südserbische Provinz gekommen. In Sarajewo waren sie am Montag mit den 200 österreichischen Soldaten im Rahmen des EU-Friedenseinsatzes "Althea" zusammengetroffen. Im Kosovo sind derzeit rund 540 Bundesheer-Soldaten stationiert.
Die österreichischen KFOR-Soldaten wollten der Regierungsdelegation am Nachmittag ihre Tätigkeit demonstrieren. Fischer und Platter sollten bei einer Eskorte mitfahren, die serbische Zivilisten vor Übergriffen albanischer Extremisten schützen soll. Am späten Nachmittag wollten der Bundespräsident und der Verteidigungsminister nach Wien zurückfliegen.
Am Montag Besuch in Bosnien
Für Fischer war es der erste Truppenbesuch im Ausland seit seinem Amtsantritt als Bundespräsident. Zuvor habe er aber als Nationalratspräsident schon die österreichischen Blauhelme am Golan und in Zypern sowie die Truppen im Kosovo besucht, berichtete er.
Anerkennung für das österreichische Engagement
Am Montag waren zudem auch Treffen mit den politischen Spitzen Bosnien-Herzegowinas auf dem Programm gestanden. Das Staatspräsidium habe dabei seine Anerkennung für das österreichische militärische Engagement gezeigt, so der Bundespräsident. Und das gebe er gerne weiter: "Ich kann Ihnen sagen, dass man sich wirklich freut, wenn man auf solche Anerkennung stößt."
Besuch bei de Carabinieri
Bei der Weihnachtsfeier selbst fehlte nichts. Zuerst eine Andacht in der Kapelle der italienischen Carabinieri, bei denen ein Teil des österreichischen Kontingents als Teil der "Integrated Police Unit" angegliedert ist, dann ein Blick auf die Weihnachtskrippe der Carabinieri sowie Punsch, Glühwein und Maroni.
"Licht ins Dunkel"-Spenden und je einen Fes
Auch Geschenke gab es. Zuerst der ernsthafte Teil. Der Bitte, Spenden für "Licht ins Dunkel" aufzufetten, konnten sich Bundespräsident und Verteidigungsminister nicht entziehen. Die österreichischen Soldaten im Auslandseinsatz haben heuer über das ganze Jahr verteilt rund 8.000 Euro gespendet.
Und dann der lustigere Teil. Gedenkmünzen für Fischer und Platter entsprachen noch der militärischen Tradition. Das Geschenk des österreichischen Militärattachees in Bosnien-Herzegowina, Oberst Thomas Rapatz, war dann ein Lacherfolg. Rapatz hatte für seine Gäste je einen Fes, wie er schon zu Zeiten der Monarchie von den bosnischen Regimentern getragen worden war.
Fischer und Platter ließen sich die ungewohnte Kopfbedeckung auch aufsetzen. "Herr Minister, passen's auf, dass sie nicht Doppelminister - Verteidigungsminister in Österreich und in Bosnien - werden", so der Bundespräsident dabei zu Verteidigungsminister und Noch-Innenminister Platter.
Vor der Rückkehr nach Wien stand für Bundespräsident und Verteidigungsminister am Dienstag noch ein Kurzbesuch beim österreichischen KFOR-Kontingent im Kosovo am Programm. Insgesamt ist Österreich an den beiden Missionen - KFOR und "Althea" in Bosnien - mit mehr als 800 Personen beteiligt. Der Balkan ist damit der Schwerpunkt für das Auslandsengagement des Bundesheeres. (apa)
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