Freitag, 17. Dezember 2004

Israel bombardiert Flüchtlingslager: Ein Toter und acht Verletzte im Gazastreifen

  • Fünf Palästinenser sterben bei Einsturz eines Tunnels
  • PLUS: Palästinenser weisen Sharons Gaza-Plan ab

Bei einem israelischen Militäreinsatz im Flüchtlingslager Khan Yunis im Gazastreifen ist ein bewaffneter Palästinenser getötet worden. Acht weitere Palästinenser wurden in Feuergefechten mit den Soldaten verletzt, wie Augenzeugen berichteten. Am frühen Freitagmorgen waren israelische Panzer und Planierfahrzeuge in das Lager eingerückt und hatten mehrere Gebäude zerstört.

Die israelischen Streitkräfte begründeten den Einsatz damit, dass von Khan Yunis aus in den vergangenen Tagen rund 30 Raketen und Granaten auf jüdische Siedlungen und Militärstützpunkte in der Umgebung abgefeuert worden seien. Am Donnerstag waren bei einem Granatenangriff auf eine nahe gelegene Kaserne elf Soldaten verletzt worden. An dem Einsatz in Khan Yunis waren palästinensischen Angaben zufolge 18 Militärfahrzeuge beteiligt, weitere standen am Rande des Flüchtlingslagers bereit.

Zuvor hatte ein israelischer Kampfhubschrauber am Donnerstagabend eine Rakete auf eine Zimmerei im palästinensischen Füchtlingslager Rafah abgefeuert. Das berichteten Augenzeugen. Das Geschoss habe die Werkstätte in Brand gesetzt. Angaben über Verletzte lagen nicht vor.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, bei dem Ziel habe es sich um eine Werkstätte zum Bau von Waffen gehandelt, die von der Hamas-Organisation genutzt worden sei. Zuvor waren bei einem Mörserangriff auf eine Armeestellung in Gaza elf Soldaten leicht verletzt worden.

Fünf Tote bei Tunneleinsturz
Beim Einsturz eines illegalen Tunnels im Grenzgebiet des Gazastreifens zu Ägypten sind am Freitag fünf Palästinenser getötet worden. Die israelische Armee suche nach drei weiteren Männern, die noch vermisst würden, sagten Palästinensern in der Stadt Rafah. Insgesamt acht Personen waren am Vormittag verschüttet worden. Palästinensergruppen graben in dem Grenzgebiet Tunnel, um Waffen und Waren aus Ägypten einzuschmuggeln. Zudem wurden mehrfach israelische Armeeposten unterirdisch angegraben, um sie in die Luft zu sprengen.
(apa)

17.12.2004 11:51