Italiener im Irak getötet: Fundamentalisten bekennen sich zu Ermordung des Mannes
- 52-Jähriger als "Vertrauter der Amerikaner" hingerichtet
- Rebellen zeigten italienischen Pass der Ermordeten
·Irak: 4 Polizisten & zwei US-Soldaten tot
Ranghoher Beamter des Innenministeriums entführt
Die Fundamentalistengruppe "Islamische Bewegung Mujaheddin des Iraks" hat sich am Donnerstag in einem Video zum Mord an dem im Irak vermissten Italiener Salvatore Santoro bekannt. Der 52-Jährige aus dem Raum Neapel, der laut lokalen Medien von Rebellen in Ramadi rund 100 Kilometer westlich von Bagdad erschossen worden ist, sei "ein Vertrauter der Amerikaner" gewesen und deswegen hingerichtet worden, hieß es im Video, das vom arabischen TV-Sender Al Jazeera gesendet wurde.
Im Video ist der Italiener zu sehen, wie er von zwei Rebellen mit Waffen in der Hand bedroht wird. Gezeigt wurde der Ausweis des Italieners, der seit 1961 in Großbritannien lebte. Die Rebellen zeigten in der Aufnahme auch, den italienischen Pass Santoros, eine Kreditkarte und eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung im Libanon.
Unklar ist nach wie vor, warum Santoro in den Irak gereist war. Laut Santoros Bruder Ciro hatte der Italiener mehrere Jahre lang in Spanien gelebt. Santoro verfüge über ein umfangreiches Vorstrafenregister unter anderem wegen Betrugs, Diebstahls und Drogenkonsums, hatte das Außenministerium in Rom berichtet. Es sei bisher nicht einmal klar, ob Santoro tatsächlich für eine Hilfsorganisation tätig gewesen sei.
Informationen bisher erst aus zweiter Hand
Italiens Außenminister Gianfranco Fini betonte, die Informationen lägen bisher erst aus zweiter Hand vor. Es gebe noch "viele dunkle Aspekte". Santoro verfüge über ein umfangreiches Vorstrafenregister unter anderem wegen Betrugs, Diebstahls und Drogenkonsums. Es sei bisher nicht einmal klar, ob der 52-Jährige tatsächlich für eine Hilfsorganisation tätig gewesen sei. Im Jänner dieses Jahres habe Santoro seinen Pass als verloren gemeldet und von der italienischen Botschaft in Amman ein neues Dokument erhalten.
Eine Schwester des Opfers berichtete, Santoro sei im Auftrag einer Hilfsorganisation in den Irak gereist. "Er wollte den Menschen dort helfen", betonte sie. Italienischen Medienberichten zufolge könnte Santoro mit einem Geheimdienst-Informanten verwechselt worden sein. Zuletzt habe der Italiener am 8. Dezember Kontakt zur italienischen Botschaft in Jordanien aufgenommen. Santoro hatte den italienischen Behörden nicht mitgeteilt, dass er sich in Bagdad aufhielt.
"Wir warten noch auf mehr Informationen aus dem Irak", betonte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, der sich am Donnerstag zum EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel aufhält. Italien hat rund 3.000 Soldaten und Militärpolizisten in den Irak entsandt.
Italien erneut geschockt
Für Italien ist Santoros Tod ein neuer Schock. Im vergangenen April waren vier italienische Leibwächter entführt worden, einer von ihnen - Fabrizio Quattrocchi - war getötet worden. Die anderen Geiseln waren nach 56 Tagen Gefangenschaft frei gelassen worden. Am 20. August wurde der Journalist Enzo Baldoni getötet. Entführt wurden auch die beiden Helferinnen Simona Pari und Simona Torretta, die am 28. September frei gelassen wurden. (apa/red)
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