Irak kommt einen Monat vor der Wahl nicht zur Ruhe: Wieder 21 Personen getötet
- 13 tote Iraker bei Selbstmordanschlag in Bagdad
- Bei Kämpfen in Provinz al-Anbar sterben 8 US-Soldaten
Bei einem Selbstmordanschlag am Eingang zur Grünen Zone in Bagdad sind am Montag mindestens 13 Menschen getötet worden. Weitere 15 Menschen wurden verletzt, wie aus Krankenhauskreisen verlautete. Nach Angaben der US-Armee detonierte eine Autobombe in der Nähe eines Eingangstors. Die irakische Polizei erklärte, 15 weitere Fahrzeuge seien von der Explosion zerstört worden.
Die Grüne Zone am Westufer des Tigris ist häufig Ziel von Anschlägen. Dort liegt das irakische Regierungsviertel. Außerdem befindet sich dort das Hauptquartier der US-Streitkräfte.
Zarqawi-Gruppe bekennt sich
Eine Gruppe des Al-Kaida-Verbündeten Abu Musab al-Zarqawi hat sich im Internet zu dem Selbstmordanschlag bekannt: "An diesem gesegneten Tag, hat ein Löwe des Märtyrer-Bataillons eine Gruppe von Abtrünnigen und Amerikanern in der Grünen Zone angegriffen", hieß es in dem auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Bekennerschreiben. Die Echtheit der Mitteilung konnte zunächst nicht überprüft werden.
Acht tote US-Soldaten
In der umkämpften irakischen Provinz al-Anbar wurden unterdessen acht US-Soldaten getötet. Wie die Streitkräfte am Montag mitteilten, kamen die Marineinfanteristen am Sonntag bei verschiedenen Kampfeinsätzen ums Leben. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Unklar war, ob der Tod der Soldaten mit den jüngsten Gefechten in Falluja zusammenhängt. Die US-Luftwaffe flog nach heftigen Kämpfen mit Aufständischen am Sonntag Angriffe auf die Rebellenhochburg.
Ein Einwohner von Falluja erklärte, die Gefechte hätten begonnen, nachdem 700 bis 800 US-Soldaten zu Aufräumarbeiten in die Stadt einmarschiert seien. Falluja war im vergangenen Monat Schauplatz einer amerikanischen Großoffensive.
In Kirkuk wurde ein Iraker angeschossen, der als Übersetzer für die US-Truppen arbeitete. Ein Passant wurde bei dem Überfall getötet, wie die Polizei mitteilte.
21 Tote bei Verkehrsunfall im Ost-Irak
Im Ostirak sind beim Zusammenstoß eines überfüllten Kleinbusses mit einem Auto am Montag 21 Menschen getötet worden. Viele der Opfer seien verbrannt, sagte der Leiter des Leichenschauhauses im Krankenhaus von Bakuba. Der Kleinbus sei in Richtung der iranischen Grenze unterwegs gewesen und habe wohl mehrere Benzinkanister an Bord gehabt. Unter den Toten seien auch zwei Frauen und ein Kind. Angesichts der Benzinknappheit in dem Golfstaat und stundenlangem Warten an den Tankstellen, nehmen viele Iraker Reservekanister im Auto mit. (apa)
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