Erste Frau als Innenministerin: Schüssel holt Liese Prokop in die Bundesregierung!
- 63-jährige Ex-Spitzensportlerin "wahnsinnig überrascht"
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"Es muss immer nach seinem Schädel gehen"
Die niederösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreterin Liese Prokop wird neue Innenministerin. Ihre Nominierung im ÖVP-Bundesparteivorstand auf Vorschlag von Bundesparteiobmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erfolgte einstimmig. Mit der 63-jährigen ehemaligen Spitzensportlerin wird erstmals eine Frau an der Spitze des Innenministeriums stehen. Die Angelobung durch den Bundespräsidenten und die Präsentation in einer Sondersitzung des Nationalrates erfolgt am Mittwoch. Der Koalitionspartner FPÖ begrüßte die Wahl Prokops, die Opposition äußerte sich skeptisch bis kritisch.
Nach dem überraschenden Rücktritt von Ernst Strasser vor einer Woche bleibt das Innenministerium mit der Kür Prokops in den Händen der mächtigen niederösterreichischen Volkspartei. NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll betonte, Prokop habe in den vergangenen Jahren "exzellente Arbeit" geleistet. Ihr Abgang sei ein Verlust für seine Landesfraktion. Die Arbeit werde ohne sie "nicht einfach", Niederösterreich habe aber auch immer gewusst, dass es "eine Verantwortung für die Republik zu tragen hat".
Schüssel nannte nach dem Parteivorstand als Gründe für seine Entscheidung die "gefestigte Persönlichkeit" und die "Gesprächsfähigkeit" der designierten Innenministerin. Prokop sei seine Idee und seine "erste Wahl" gewesen, meinte der Kanzler. Prokop gestand bei der Präsentation ein, das Angebot erst nach "intensivem Nachdenken" angenommen zu haben. Sie sprach von einer Herausforderung, die sie "ein bissl stolz macht". Als sie vom Kanzler gefragt worden sei, sei sie "wahnsinnig überrascht" gewesen, nach einigem Überlegen habe sie der Bitte aber entsprochen. Auf die Details ihrer künftigen Arbeit wollte sie vorerst noch nicht eingehen.
Angesetzte Sitzung abgesagt
Die für Montag angesetzte Sitzung des parlamentarischen Innenausschusses wurde abgesagt. Mit der Nominierung Prokops zur neuen Innenministerin durch den ÖVP-Bundesparteivorstand mache es nun keinen Sinn mehr zu tagen, sagte der Obmann des Ausschusses, Rudolf Parnigoni.
Der Sitzungstermin sei "unter völlig anderen Umständen" zustande gekommen, betonte Parnigoni. Konkret wäre es darum gegangen Minister Günther Platter zu seiner Rolle als Doppelminister zu befragen. Mit Prokop gebe es aber nun eine neue Innenministerin, der man "fairerweise ein paar Tage Zeit lassen muss, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen". (apa/red)
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