Strasser greift Schüssel an: 'Glaubt immer, dass es nach seinem Schädel gehen muss'
- Ex-Innenminister rechnet nach seinem Rücktritt ab!
- Strasser sieht keine Perspektiven mehr in der Politik
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Strasser war erst dritter VP-Innenminister seit 1945
Nach seinem Rücktritt lässt Ex-Innenminister Ernst Strasser jetzt ordentlich Dampf ab. In einem Interview reitet er beinharte Attacken gegen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel: "Er hat nicht geglaubt, dass ich Ernst mache, er glaubt immer, dass es nach seinem Schädel gehen muss", so Strasser im Wortlaut. Der wahre Grund für seinen Rücktritt sei "mangelnde politische Perspektive" gewesen. Strasser gewährte außerdem Einblicke in die letzten Tage seiner Amtszeit und in die Freundschaft mit Landeshauptmann Erwin Pröll.
"Es hat mit Schüssel mehrere Gespräche gegeben, bei denen ich gesagt habe, dass ich aufhöre. Aber er hat nicht geglaubt, dass ich Ernst mache er glaubt immer, dass es nach seinem Schädel gehen muss. Erst hat er mich gebeten, bis Jänner zu bleiben, dann hat er sich anders entschieden. Was soll's: Ich hab meinen Laptop und eine Schuhschachtel voll Persönlichem eingepackt und habe noch am Freitag mein Büro geräumt. Mein vorläufiges Büro werde ich am Montag beim Hilfswerk in St. Pölten aufschlagen, dessen Präsident ich bleibe", berichtete der ehemalige Innenminister in dem Interview mit den Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN).
Über Pröll: "Er hat mich geholt und ist immer zu mir gestanden"
Der gebürtige Oberösterreicher war mit Erwin Pröll und Niederösterreich stets stark verwurzelt: "Er hat mich geholt und ist immer zu mir gestanden. Was ich jetzt das erste Mal sage: Nach der schlecht gelaufenen Landtagswahl 1993 habe ich ihm meinen Rücktritt als VP-Landesgeschäftsführer angeboten aber Pröll hat gesagt: 'Wir sind ein Team.' Das vergesse ich ihm nie."
Über Verhältnis zu Schüssel: "Es gab sachliche Unterschiede"
Ansonsten blieb Strasser im NÖN-Interview auf die Frage nach dem persönlichen Verhältnis zum Kanzler eher vorsichtig: "Es gab sachliche Unterschiede. Und ich bin eben einer, der Dinge beim Namen nennt und sie offen heraussagt." Auch die Rolle des "Rechts-Außen" - vor allem in der Asylpolitik - behagte Strasser keineswegs: "Ich glaube, das war das Amt - ein bisschen bin ich auch selber schuld."
Ex-Innenminister sieht keine politischen Perspektiven mehr
Politische Perspektiven sieht Strasser offenbar keine: "Nach dem Innenminister gibt es nicht mehr viel. Bundeskanzler zu sein, das wäre nicht meines, da müsste man zu viele Kompromisse schließen. Beim EU-Kommissar hätte ich auch dreimal überlegen müssen. Und in NÖ ist die Funktion des Landeshauptmannes super besetzt. Der Erwin Pröll wird das hoffentlich noch lang machen und dann wäre ich zu alt." (apa/red)
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