Lehrer-Umfrage nach PISA: 18% der Lehrer demotiviert, sechs Prozent überlastet!
- Zwei Drittel haben keine Probleme mit Belastung
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Das Gros der österreichischen Lehrer hat kein Problem mit beruflichem Stress: Wie eine im Rahmen einer Diplomarbeit an der Uni Wien durchgeführte Umfrage zeigt, geht rund ein Drittel der Lehrenden mit Begeisterung ihrem Beruf nach, der sie nicht belastet. Ein weiteres Drittel fühlt sich nur mäßig belastet. Doch ein weiteres Drittel reagiert auf den beruflichen Stress durch Demotivation, Distanzierung oder akuten Burnout-Symptomen.
Die Psychologin Barbara Hanfstingl wollte in ihrer - von Univ.-Prof. Brigitte Rollett betreuten - Diplomarbeit untersuchen, wie Lehrer mit der Vielzahl von zusätzlichen Anforderungen umgehen, die heute an Schule und Lehrberuf gestellt werden. Die Forderungen nach besserer Betreuung schwieriger Schüler, Ausgleich von Lern- und Erziehungsdefiziten, neuen Verwaltungsaufgaben, etc. lassen eine Überlastung und Stress vorprogrammiert erscheinen, erklärte Hanfstingl im Gespräch mit der APA. Sie hat dazu insgesamt 374 Lehrer (80 Prozent Frauen, 20 Prozent Männer) aus 51 Schulen (primär Hauptschulen, Volksschulen und AHS) befragt. Deren Durchschnittsalter lag bei 44,3 Jahren, im Mittel befanden sie sich im 21. Dienstjahr.
Den Umfrageergebnissen zufolge ordnet Hanfstingl 33,7 Prozent der Lehrer der "leistungsorientierten engagierten" Gruppe zu. Diese zeichnet sich durch ein niedriges Belastungsausmaß und durch besonderes berufliches Engagement aus. In dieser Gruppe würden sich vermehrt Lehrende aus dem Volksschulbereich finden. 34,5 Prozent der Befragten zählen zur "mäßig belasteten Gruppe", die in allen erhobenen Bereichen im Mittelfeld liegt, etwa in der Fähigkeit sich bei Stress selbst zu beruhigen, in ihrer emotionale Stabilität oder dem Gefühl der Belastetheit.
Mit 17,9 Prozent eine relativ große Gruppe an Lehrenden zählt zu der "wenig belasteten, aber demotivierten Gruppe". Diese Lehrer fühlen sich laut Studie durch den Beruf nicht übermäßig gestresst, sie seien in der Lage, "ihre persönlichen Rechte gut durchzusetzen", würden aber "dazu neigen, ihr berufliches Engagement einzuschränken". 7,6 Prozent zählen zur so genannten "distanzierten Gruppe", die sehr geringe Stresswerte aufweist, aber eher wenig Initiative zeigt. "Diese Lehrer verstehen es, ihre schulischen Aufgaben so zu erfüllen, dass die Belastung nicht überhand nimmt", so Hanfstingl.
Zur Gruppe der "überlasteten und von Burnout gefährdeten" Lehrer zählen 6,3 Prozent der Befragten. Diese Pädagogen haben sehr hohe Stresswerte, sind zwar noch bemüht, ihre Aufgaben zu erfüllen, arbeiten aber an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Beeinträchtigt fühlen sie sich besonders durch sozial vermittelten Leistungsdruck. In dieser Gruppe sind gleich viele männliche wie weibliche Lehrende zu finden.
Hanfstingl hat für ihre Arbeit die Lehrer auch über ihre Einschätzung der eigenen Ausbildung befragt. 13 Prozent gaben an, "sehr zufrieden" damit zu sein, 32 Prozent sind "zufrieden" und 33 Prozent "etwas zufrieden" - "damit sind insgesamt 78 Prozent der Lehrer zumindest nicht unzufrieden mit ihrer Ausbildung", so die Psychologin. Dennoch kritisieren mehr als 60 Prozent der Lehrer einen Mangel an Praxis, Pädagogik, Didaktik und Psychologie in ihrer Ausbildung, 8,5 Prozent finden ihre Ausbildung zu theoretisch, 5,3 Prozent bemängeln die Qualität der Ausbildner, 4,3 Prozent meinen, dass zu viel Unnötiges gelernt werde. (apa/red)
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