Mittwoch, 15. Dezember 2004

Schall ohne Rauch am Opernball 2005: Operdirektor Holender setzt sich durch!

  • Es werden aber eigene Raucherbereiche eingerichtet
  • MITSTIMMEN: Rauchverbot auch in den Büros?

Schall ohne Rauch am Opernball 2005: Staatsoperndirektor Ioan Holender hat verfügt, dass am 3. Februar im gesamten Haus - außer in eigens ausgewiesenen Zonen - striktes Rauchverbot zu herrschen hat. "Das ist der Lauf der Zeit", meinte Holender gegenüber der APA. In kaum einem Opernhaus der Welt wäre das Rauchen noch gestattet.

Nach dem Opernball würde es bis zu einem Monat dauern, um den Tabakgeruch aus dem Sangeshaus zu entfernen. "Von den Gefahren rede ich gar nicht", meinte Holender. Die Diskussion über die Maßnahme kann der Direktor nicht nachvollziehen. "In einem Jahr wird das üblich sein."

Die Gäste würden beim Abholen der Karten durch ein Merkblatt informiert. Auch in der Oper selbst wird darauf hingewiesen werden, dass Rauchverbot herrscht. Angst, dadurch Besucher zu verlieren, hat Holender nicht: "Ich glaube nicht, dass deshalb ein Mensch weniger kommt. Und wenn doch, dann kommt ein anderer stattdessen."

Kritik gab es hingegen seitens des Opernball-Enfant-Terribles. "Ich halte das nicht für aufregend gescheit", meinte Richard Lugner. Der Konsum von Tabakwaren gehöre an einem solchen Abend dazu. "Und das sage ich, obwohl ich absoluter Nichtraucher bin", sagte der Baumeister .

Zudem hätte man die Maßnahme bekannt geben sollen, bevor die Karten in den Verkauf gegangen sind. "Es wäre besser, das erst ab 2006 zu machen", meinte Lugner. Außerdem könne man von Personen, die viel Geld für Logen ausgeben, kaum erwarten, dass sie sich in Raucherecken zusammendrängen.

Andere Veranstalter wollen - zumindest vorerst - der Vorgabe des Opernballes nicht folgen. Selbst am Ärzteball am 29. Jänner in der Wiener Hofburg werden Tabakwaren weiterhin erlaubt sein. "Wir haben seit zehn Jahren eine eigene Nichtraucherzone in der Geheimen Ratsstube, mit dieser Lösung sind wir bisher sehr zufrieden und die werden wir beibehalten", hieß es seitens der Organisatoren.

Am Ärzteball ist die Nachfrage nach reinen Nichtraucher-Plätzen nicht immens. "Mehr als diese eine Zone brauchten wir bisher nicht", so die Organisatoren.

Kritik kam seitens des Bonbon-Ball-Organisators Heinz Alphonsus: "Das ist eine unsinnige Amerikanisierung, man kann den Besuchern das nicht vorschreiben." Am Bonbon-Ball (4. Februar im Konzerthaus) ist blauer Dunst daher weiterhin erlaubt.

"Wenn ich an einem solchen Abend gutes Geld ausgebe, dann will ich auch gut leben", so Alphonsus. Dazu gehöre neben guter Musik und gutem Essen eben auch der Konsum von Tabakwaren, wenn jemand das wünsche. (apa)

15.12.2004 11:26