Dienstag, 14. Dezember 2004

Neben Paterno und zweiten Pfarrer: Dritter
Geistlicher wegen Missbrauch angezeigt

  • Beschuldigter soll schon über 70 Jahre alt sein
  • Kirchenrechtliches Verfahren gegen Paterno noch offen

Neben Kaplan August Paterno und einem zweiten Vorarlberger Priester gibt es nun auch Missbrauchsvorwürfe gegen einen dritten Geistlichen aus dem Ländle. Wie die "Vorarlberger Nachrichten" ("VN") in ihrer Dienstag-Ausgabe berichten, handelt es sich laut Aussage des Vorarlberger Sicherheitsdirektors Elmar Marent dabei um einen älteren Priester, der aber schon lange in einem anderen Bundesland leben soll. Die Kriminalabteilung hat vor wenigen Tagen die drei Fälle bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Laut Sicherheitsdirektor Marent untersucht die Kriminalabteilung diesen Fall "sogar noch länger schon als die Causa Paterno". Der Priester lebe schon lange nicht mehr in Vorarlberg und sei ein "ganz kleines Rädchen im Kirchengetriebe". Gewalt sei keine im Spiel gewesen, die Vorwürfe spielten sich "irgendwo zwischen Betatschen und homosexuellen G'schichten" ab. Ohne der Staatsanwaltschaft vorgreifen zu wollen, geht Marent davon aus, dass sich alle drei Fälle als verjährt erweisen dürften. Nach Angaben der "VN" soll der Beschuldigte über 70 Jahre alt sein. Die Übergriffe auf Jugendliche sollen länger als 25 Jahre zurückliegen.

Ob gegen Kaplan August Paterno ein kirchenrechtliches Verfahren eingeleitet wird, stehe noch nicht fest. Im Falle eines Verfahrens könne die Verhandlung aber auf Grund der Prominenz des mutmaßlichen Täters direkt in Rom verhandelt werden und nicht ans Feldkircher Diözesangericht zurückverwiesen werden.

14.12.2004 09:42