Montag, 20. Dezember 2004

Lichterkette: 250 Demonstranten gegen Abtreibungen im Landesspital Salzburg

  • Rund 50 Teilnehmer bei Gegendemonstration
  • Bischof Laun und ein umstrittenes Transparent dabei

An den Salzburger Landeskliniken sollen ab April 2005 Abtreibungen durchgeführt werden. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) habe definitiv die Anweisung gegeben, Abtreibungen an den Landeskrankenanstalten einzuführen. Das erklärte am Montag, VP-Landesobmann LHStv. Wilfried Haslauer bei einem Pressegespräch nach der Regierungssitzung. "Das ist eine Entwicklung, die wir ablehnen und die zum Schaden der Landeskrankenanstalten erfolgt." Die Alleinverantwortung dafür liege bei Burgstaller und der SPÖ, stellte Haslauer klar.

Rund 250 Abtreibungsgegner haben nach Angaben der Polizei am frühen Montagabend mit einer Lichterkette gegen die Bewilligung von Abtreibungen ab April 2005 vor dem Salzburger Landeskrankenhaus demonstriert. Ihnen stand eine Gegendemonstration mit rund 50 Teilnehmern gegenüber. Es gab keine Zwischenfälle, aber ein heftig kritisiertes Transparant. ****

Mit zahlreichen Fackeln bildeten die Abtreibungsgegner in klirrender Kälte eine Kette entlang des Gehsteigs neben dem Eingang zum Krankenhaus. Auch einige Kinder mit Laternen waren dabei. Prominentester Unterstützer war Salzburgs Weihbischof Andreas Laun, der neben dem Transparent "Menschenrechte auch für Ungeborene" stand. Es sei ein wichtiges Anliegen für ganz Österreich, meinte der Bischof zur APA. Er glaube nicht, dass diese Veranstaltung zur Radikalisierung des Klimas beitrage, meinte Laun auf den Hinweis, dass Erzbischof Alois Kothgasser zur Mäßigung aufgerufen hatte.

"Wir hoffen sehr, dass die Landeshauptfrau (Gabi Burgstaller, SPÖ, Anm.) für das Wohl von Mutter und Kind diese Weisung (ab April 2005 Abtreibungen am Landesspital durchzuführen) zurücknimmt", sagte Jutta Lang von der Gruppe "Jugend für das Leben", die zur Kundgebung aufgerufen hatte. Auch ein Arzt aus München war extra angereist: "Ärzte: Ja zum Leben - keine Abtreibung" stand auf seinem Transparent.

An der Gegen-Demonstration nahm auch die Grüne Landtagsabgeordnete Heidi Reiter teil. Sie sei auch gegen Abtreibungen, aber es sollte Frauen, die sich dazu entschlossen haben, in öffentlichen Spitälern möglich sein, sagte Reiter zur APA. Zu sehen war auch das in den letzten Tagen heftig kritisierte Transparent mit der Aufschrift: "Hätte Maria abgetrieben, wäret ihr uns erspart geblieben", getragen wurde es von Salzburger Jugendlichen, wie sie sich selbst bezeichneten.

20.12.2004 21:09