Handy-Mania auf Österreichs Straßen: Vor allem Männer telefonieren öfter am Steuer
- Zwei Drittel der Lenker telefonieren während der Fahrt
- PLUS: Die Studien-Ergebnisse im großen Überblick
Riskant sind zahlreiche österreichische Autolenker unterwegs: Zwei Drittel telefonieren während der Fahrt, jeder Dritte verzichtet dabei sogar auf die vorgeschriebene Freisprecheinrichtung. Das ergab eine aktuelle Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Die Unfallgefahr für Handysünder steigt, warnte das KfV: Das Risiko steige um das fünffache.
Trotz Verbot des Telefonierens ohne Freisprechanlage sind die Österreicher am Steuer weiterhin hartnäckige "Handyuser". 20 Prozent der Befragte telefonieren nach eigenen Angaben während der Fahrt viel, 47 Prozent benutzen ihr Mobiltelefon im Auto fallweise. Nur 27 Prozent gaben an, nie am Steuer zu telefonieren.
Seltenheit Freisprecheinrichtung
Häufig bleibt das Handy gesetzwidrig am Ohr kleben: Nur jeder Dritte benützt nach eigenen Angaben immer eine Freisprecheinrichtung, 18 Prozent erklärten, diese zumindest fallweise zu benutzen. Zwölf Prozent gaben an, während der Fahrt auch SMS zu lesen. Fünf Prozent brauchen anscheinend noch einen zusätzlichen Nervenkitzel, wie die Befragung ergab: Sie schreiben und senden Kurznachrichten auch während der Fahrt.
Männer telefonieren öfter
Männer sind offenbar besonders von ihren Fahrkünsten überzeugt. Sie machen 53 Prozent der telefonierenden Lenker und 70 Prozent der Vieltelefonierer am Steuer aus. Offenbar ist die Handynutzung am Lenkrad auch eine Altersfrage: 84 Prozent sind der Altersgruppe der 25 bis 34-Jährigen zuzurechnen. Befragt wurden insgesamt 1.700 Autofahrer.
Erhöhtes Risiko
Unterschätzt werden sollte das Risiko des Telefonierens am Steuer nicht: Neben Verrenkungen hinter dem Volant sorgt der Handygebrauch auch für einen Konzentrationsmangel, warnte das Kuratorium. Emotional aufregende Gespräche würden die Konzentration des Lenkers zudem stark beeinträchtigen. Telefonierer "erstarren" förmlich am Steuer, kritisierten die Experten: Die Geschwindigkeit werde verringert und Lenkkorrekturen nur mehr in geringem Maße ausgeführt.
Höhere Strafen
Am Freitag soll im Parlament die Erhöhung der Strafen für Handysünder von 21 auf 25 Euro beschlossen werden. Dies sei zwar begrüßenswert, die Sanktionierung müsse für die Exekutive aber auch erleichtert werden, forderte das Kuratorium. Derzeit bestehe für den Exekutivbeamten die Anhaltepflicht, was bedeutet, dass Handy-Lenker während der Fahrt nicht angezeigt werden können. Auch mehr Kontrollen seien nötig. Für den VCÖ ist die Erhöhung ungenügend. Der Club forderte eine Aufklärungskampagne und noch höhere Strafen.(apa/red)
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