Donnerstag, 9. Dezember 2004

"Papst der Trüffel" wurde nun begraben: Restaurant ließ den seltenen Pilz verderben

  • Teuerste Trüffel der Welt wurde Woche lang ausgestellt
  • Riesentrüffel wog 850 Gramm und kostete 40.000 Euro

Der angeblich teuerste Trüffel der Welt ist in einem Londoner Luxusrestaurant schlecht geworden. Statt den Gästen serviert zu werden, wurde der seltene Pilz in der Nähe eines Baumes unter Blumen begraben. Der 850 Gramm schwere Riesentrüffel war für mehr als 40.000 Euro von Gourmet-Freunden des Restaurants Zafferano ersteigert worden, zu denen nach britischen Zeitungsberichten auch die Filmschauspielerin Gwyneth Paltrow (32) gehörte.

"Er war der Papst der Trüffel", würdigte ihn Enzo Cassini, der Manager des Restaurants, am Donnerstag im "Daily Telegraph". Der Fehler sei gewesen, ihn eine Woche lang auszustellen. Doch manche Leute seien eigens aus Spanien und Frankreich angereist, nur um einen Blick auf das in der Toskana ausgegrabene Gewächs werfen zu können.

Schimmel im Safe
Anschließend stellte der Koch Andy Needham den Trüffel in einem Safe in den Kühlschrank und fuhr für drei Tage weg. Als er wiederkam, hatte sich die Besucherattraktion in eine schimmelige Masse verwandelt. Es sei wohlbekannt, dass Trüffel nur einige Zeit reif seien und dann faul würden, erläuterten Spitzenköche.

Optisches Fossil
Für kulinarisch weniger bewanderte Zeitgenossen sah der Trüffel allerdings auch vorher schon nicht besonders verführerisch aus. Ein "Times"-Journalist verglich ihn mit einem "Fossil einer Dinosaurierausscheidung - grau, klobig und in geradezu spektakulärer Weise unappetitlich".(apa/red)

9.12.2004 12:55