Shopping-Falle Weihnachten: Kaufsucht ist überwiegend ein weibliches Phänomen
- 80 Prozent der Frauen sind von Kaufsucht betroffen
- Objekte der Begierde: Kosmetika, Kleider und Schuhe
Shop til you drop - gerade zu Weihnachten schnappt die Kauf-Falle oft zu. In die Shopping-Falle tappen überwiegend Frauen. Objekte der Begierde sind dabei vor allem Kosmetika, Kleider und Schuhe. Wenn Männer zu viel kaufen, haben sie Artikel wie Elektronikgeräte oder Autozubehör im Visier. Lesen Sie hier, wie Sie der Shopping-Falle entkommen...
Wer zu unkontrolliertem Kaufverhalten neigt, sollte nach Empfehlung der Erlanger Psychologin Astrid Müller bei den Weihnachtseinkäufen die Kreditkarte zu Hause lassen. "Ich kann diesen Menschen nur raten, nicht ungeplant in Geschäfte zu gehen und nicht mehr Geld mitzunehmen als vorgesehen", betonte die Ärztin an der Universitätsklinik Erlangen. Nach einer Studie der Universität Stuttgart-Hohenheim von 2001 sind allein in Deutschland sechs bis acht Prozent stark kaufsuchtgefährdet - "Tendenz steigend".
Vorweihnachtszeit verleitet zum exzessivem Einkaufen
Patienten mit Kaufzwang legen sich unnötige und unsinnige Dinge zu. Die Sachen würden häufig gehortet, unter einem Vorwand zurückgegeben oder verschenkt, erklärte Müller, die seit Frühjahr 2003 die Studie "Pathologisches Kaufen" an der Uni leitet. Besonders die Vorweihnachtszeit verleite zu exzessivem Einkaufen, da Geschenke für andere und sich selbst gekauft werden müssten.
Shoppen im Zustand von Euphorie oder Depression
Das unkontrollierte Shoppen geschehe manchmal in einem Zustand der Euphorie, häufiger aber in einer schlechten, deprimierten Stimmung. "Die meisten Patienten haben auch depressive Störungen", stellte die Wissenschafterin fest. Hinzu komme oft ein niedriges Selbstwertgefühl. Die Kaufhandlung diene daher als eine Art Kompensation und erfolge zwanghaft. "Die Patienten können diesen Gedanken, Handlungen und Impulsen nicht widerstehen."
Einkaufen als sozial erwünschtes Verhalten
Anders als beim Alkoholismus sei exzessives Kaufen zunächst einmal ein "sozial erwünschtes Verhalten", erklärte die Psychologin. Die Folgen seien für die Betroffenen aber teilweise genauso gravierend: Finanzielle und familiäre Probleme bis hin zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Dabei stünden meistens die Geldprobleme im Vordergrund.
(apa/red)
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