Mittwoch, 8. Dezember 2004

Udo Jürgens: Mit 70 will er die Welt noch einmal im Sturm erobern

  • Seine Ehe mit Corinna ist gerettet – und aus seinen Leiden wuchsen neue Lieder

Der Angriff: Zwei neue CDs, sein Leben als Film – weshalb Udo Jürgens mit 70 Jahren noch einmal das Pedal durchtritt.
Der Seelenstrip: Wie der Star seine Ehekrise verarbeitete. Plus: Seine Abrechnung mit Österreichs Nazi-Vergangenheit.

Eine blond, eine brünett, beide ziemlich nett: Die beiden California Girls, die ein Europatrip über ein paar unbedeutende Umwege (Paris, Florenz) ins Café Hawelka verschlug, mustern den hoch aufgeschossenen Herrn in Schwarz durchaus wohlwollend – worauf dieser in weltbürgerlicher Routine seine Antennen ausfährt: woher die jungen Damen denn kämen, wohin sie denn gingen, das ganze philosophische Spektrum.

Der jugendliche Trophäenjäger, der Udo Jürgens einst war, hätte sich wohl nicht zweimal bitten lassen. Doch der gereifte Gentleman, der er heute ist, freut sich über die attraktive Möglichkeit, ohne auch nur einen Augenblick ernsthaft zu erwägen, sie Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Damen ziehen nach einem Erinnerungsfoto mit Udo glücklich ein Kaffeehäusl weiter, doch der Star ihres Polaroids bleibt. Und gibt NEWS sein erstes Interview seit der fotografischen Aufbereitung seiner Ehekrise.

Seit er die Zeitung aufschlug und dort die grobkörnigen Paparazzi-Shots von seiner Gattin Corinna sah. Die schlanke Blondine in den Armen des ehemaligen Richters und Skandalpolitikers Ronald Schill, der abdanken musste, weil er dem Hamburger Bürgermeister erpresserisch mit dem Outing seiner Homosexualität gedroht hatte. Erst ein gemeinsamer Spaziergang durchs Hamburger Schanzenviertel – klick. Dann die gemeinsame Einkehr in ein nettes Bistro – klick, klick. Dann ein ausgelassenes Frühstück in der Villa eines gemeinsamen Bekannten – klick, klick, klick.

Wüste Spekulationen. Was wurde nicht spekuliert, nachdem ein Informant aus Schills Umfeld die Bilder der Boulevardpresse zugespielt hatte. Von völliger Zerrüttung der Jürgens-Ehe war da die Rede, von baldiger Scheidung. Nun macht der große Entertainer, der sich monatelang jeglichen Kommentar verkniff, den Gerüchten ein Ende. „Wir führen genau dieselbe Ehe wie vor Veröffentlichung der Fotos.“ Eine Zweierbeziehung, unkonventionell liberal und dennoch intakt: Man sei in ständigem Kontakt, sehe sich regelmäßig, werde Weihnachten zusammen verbringen.

Auch wenn es sich Udo nicht anmerken lassen will – die jüngste Vergangenheit hat Spuren hinterlassen. „Natürlich war ich in den letzten Monaten manchmal traurig und habe mich geärgert.“ Doch dann kamen die Lieder, und das Leid ging. „Im Moment einer guten Idee ist das wie weggeblasen. Wer so viel Licht wie ich auf sich zieht, der darf nicht wehleidig sein, wenn es ab und zu harte Schatten wirft.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Das große TV-Weihnachts-Special mit Udo Jürgens
PLUS: „Das Feuer brennt nach wie vor“ - Udo im Interview über seine Ehe, Dagis Sex & Österreichs braune Schatten

8.12.2004 17:06