Dienstag, 7. Dezember 2004

Nächste Großinsolvenz in Oberösterreich: Firma ERKU musste Konkurs anmelden

  • 188 Mitarbeiter und 250 Lieferanten davon betroffen
  • Unternehmen will Fortführung mit Zwangsausgleich

Eine neuerliche Großinsolvenz in Oberösterreich meldete der Kreditschutzverband (KSV) am Dienstag. Die Firma ERKU Druckguss GmbH und Co KG in Pasching im Bezirk Linz-Land musste beim zuständigen Landesgericht Linz Konkurs anmelden. Die Passiva betragen demnach 13,6 Millionen, die Aktiva 4,9 Millionen Euro. Betroffen sind 188 Mitarbeiter und 250 Lieferanten.

Die Firma ERKU stellt Druckgussteile aus Aluminiumslegierungen hauptsächlich für die deutsche Autoindustrie her. Durch diese Abhängigkeit von der deutschen Nachfrage seien die wirtschaftlichen Probleme des Nachbarlandes direkt nach Pasching importiert worden, berichtete der KSV. Dazu seien technische Fertigungsprobleme bei neuen Projekten für Großkunden gekommen. Bereits 2003 sei die Ertragslage wegen rückläufiger Umsätze stark negativ gewesen, deswegen seien Gegenmaßnahmen eingeleitet worden. Von den ehemals 280 Arbeitsplätzen sind jetzt noch 188 - 153 Arbeiter und 35 Angestellte vorhanden und von der Insolvenz betroffen.

Das Unternehmen strebt eine Fortführung mit Zwangsausgleich an. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent geboten. Es gebe Verhandlungen mit Interessenten, die man aber durch weitere Informationen über den Konkurs nicht stören wolle, teilte die Unternehmensleitung auf Anfrage mit. Der KSV rechnet damit, dass eine Entscheidung über ein Durchstarten der Firma nicht vor Jänner oder Februar möglich sei.

Erst in der Vorwoche hatte die Fliesen- und Bäderhandelsfirma Josef Felbermair mit Sitz in Gunskirchen (Bezirk Wels-Land) Konkurs anmelden müssen. Die Passiva hatten in diesem Fall 16,6 Millionen Euro betragen 113 Arbeitsplätzen waren betroffen.

(apa)

7.12.2004 16:39