Dienstag, 7. Dezember 2004

Erhebung der Eurostat: Die Österreicher arbeiten von allen Europäern am längsten

  • 45 rot-weiß-rote Arbeitsstunden pro Woche
  • Schlusslicht Norwegen mit nur 39,4 Stunden

Die Österreicher arbeiten europaweit am längsten. Das ist das von der Arbeiterkammer Oberösterreich veröffentlichte Ergebnis einer Eurostat-Erhebung. Österreich liegt demnach mit 45 Arbeitsstunden pro Woche, die von Vollzeit-Beschäftigten durchschnittlich geleistet werden, unter anderem vor der Schweiz, Deutschland, Schweden, Finnland und Dänemark.

Für Arbeiterkammerpräsident Johann Kalliauer ist aufgrund dieser Zahlen eine Ausdehnung der Normalarbeitszeit "weder gerecht noch notwendig". Die AK veröffentlichte Eurostat-Werte aus dem Frühjahr 2004 und Werte aus 2003. Für Österreich wurden heuer 45 normalerweise geleistete Wochenstunden erhoben.

Griechenland an zweiter Stelle
Der 2003 erhobene Durchschnitt der Wochenarbeitszeit in den EU 15- Staaten beträgt 41,5 Stunden. Griechenland liegt mit 44,4 Wochenstunden hinter Österreich an der zweiten Stelle. Es folgen Polen und Großbritannien mit jeweils 43,4 Stunden und Lettland mit 43,3 Stunden. Unter dem Durchschnitt ist Deutschland mit 41,2 Stunden zu finden. Schlusslichter in Europa sind Litauen mit 39,4 und Norwegen mit 39,3 Wochenstunden.

AK-Präsident gegen Verlängerung der Arbeitszeit
Arbeiterkammerpräsident Kalliauer lehnt aufgrund dieser Erhebungsergebnisse alle Arbeitszeit-Verlängerungsforderungen ab, die einer Lohnkürzung - durch Streichung von Überstundenzuschlägen - gleichkämen. Auch der Erhalt des arbeitsfreien Sonntags für möglichst viele Menschen sei aus sozialen und familiären Gründen unverzichtbar, erklärte er und sprach sich gegen eine, auch gesetzlich unerlaubte, "sieben-Tage-Daueröffnung" aus. Laut Eurostat- Erhebung würden in Österreich fast 690.000 Menschen sonntags arbeiten, am Samstag seien es mehr als 1,2 Millionen Beschäftigte. (apa)

7.12.2004 15:43