Renn-Projekt Spielberg darf nicht sterben: LH Klasnic bekennt sich zu Leitprojekt
- Gorbach: "Das Urteil ist eine Fehlentscheidung"
- PLUS: Mateschitz - "Geld ist ersetzbar, Ehre nicht"
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Nach der Aufhebung des Genehmigungsbescheides für das "Projekt Spielberg" und die von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz bekundete Rückzugsabsicht stand am Dienstag das Bemühen um Schadensbegrenzung im Vordergrund. Seitens der Region, des Landes und des Bundes wurde hektisch verhandelt, eine Task-Force wurde eingerichtet, die Bürgermeister trafen sich zu einem Krisengipfel. Wie die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) meinte, gelte es jetzt, "diese Jahrhundert-Chance für die Region durch rasche Neuverhandlung zu nutzen und baldigst eine positive Genehmigung zu erreichen".
Mit großer Einhelligkeit wurde von ÖVP, SPÖ und FPÖ Unverständnis mit der Entscheidung des Umweltsenats bekundet und ein "Schulterschluss" zur Rettung des Projekts beschworen. "Die Steiermark bekennt sich ausdrücklich zu diesem Zukunfts-Leitprojekt, das in der gesamten Region eine große Aufbruchsstimmung ausgelöst hat", betonte Klasnic, die weiter an das Projekt glaubt: "Die Anliegen und Sorgen der Anrainer sollen entsprechend der Ausführungen des Umweltsenats in den neuen Verhandlungen berücksichtigt werden." Vieles sei in der Zwischenzeit schon ausverhandelt oder durch die Erkenntnisse dieses Verfahrens vorgegeben. An die Stimmung "wie damals, als die Verstaatlichte niedergegangen ist", ortete der steirische Wirtschaftskammer-Präsident Peter Mühlbacher, selbst Hotelier in der Region. Er erwarte sich eine Fortsetzung des Projekts.
Allein die Grünen, die gegen das Projekt aufgetreten waren, sehen die Entwicklung anders. Die Landespolitik habe Gutachten ignoriert und falsche Hoffnungen geweckt, erklärte Umweltsprecherin Edith Zitz: "Das miserable Projektmanagement von Klasnic, Schützenhöfer & Co. führte zum Scheitern." Im 21. Jahrhundert gehe man eben mit einem Projekt "baden, das sachbezogene Einwände ignoriert statt einbezieht".
Region zittert um tausende Arbeitsplätze
In der Region herrschte am Dienstag helle Aufregung. "Ich gebe die Hoffnung bis zur letzten Sekunde nicht auf", zeigte sich der Spielberger Bürgermeister Kurt Binderbauer (S) kämpferisch. Für den Bürgermeister der Nachbargemeinde Fohnsdorf, Johann Staner (S), wäre zwar das "Aus" eine "absolute wirtschaftliche Katastrophe für die Region" - allerdings sieht er ein Thermenprojekt seiner Gemeinde nicht gefährdet.
Als "wirtschafts- und standortpolitische Fehlentscheidung" bezeichnete Vizekanzler Hubert Gorbach (F) das negative Urteil des Umweltsenats. Es gelte nun, alles in Bewegung zu setzen, damit das Projekt Spielberg doch noch realisiert werden könne. Alle Beteiligten mögen die Situation noch einmal in Ruhe bewerten und überlegen, ob es nicht doch einen Weg gäbe, das Projekt zu retten, appellierte Gorbach. "Es darf nicht sein, dass hier schon das letzte Wort gesprochen ist".
Schüssel kündigt "Task Force" an
Auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sprach von einer "bedauerlichen Entscheidung" und kündigte die Bildung einer "Task Force", der neben ihm auch der Vizekanzler, die Minister Josef Pröll und Martin Bartenstein sowie Vertreter des Landes Steiermark angehören sollen. Man werde sich bemühen, das Motorsport-Zentrum doch noch Realität werden zu lassen. Inhaltlich nicht kommentieren wollte Umweltminister Josef Pröll (V) die Entscheidung. Sie sei zur Kenntnis zu nehmen.
"Wir wollen dieses Projekt haben und ich halte es für absolut umweltverträglich", kommentierte hingegen Minister Bartenstein. Er habe nach einem Gespräch mit Dietrich Mateschitz nicht den Eindruck, dass das Projekt vom Tisch ist. (apa/red)
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