Nur ganz wenig mehr: Gehälter dürften in Österreich 2005 real um 1,0 Prozent steigen
- Deutschland mit geringsten Gehaltssteigerungen
- Griechen dürfen sich über Plus von 2,4 Prozent freuen
Die Grundgehälter in der EU werden im kommenden Jahr im Schnitt um 2,1 Prozent über der Inflationsrate steigen, weltweit um 1,9 Prozent. In Österreich wird das Gehaltsplus im Vergleich dazu 2,8 Prozent bei einer Inflationsrate von 1,8 Prozent betragen, woraus ein realer Anstieg über Inflationsrate von 1,0 Prozent resultiert. Das geht aus einer Untersuchung des Unternehmensberaters Mercer hervor. Für die Studie wurde die Gehaltsentwicklung in mehr als 70 Ländern unter die Lupe genommen.
In den westeuropäischen Ländern wird der höchste durchschnittliche Gehaltsanstieg für Griechenland mit 5,2 Prozent bei einer erwarteten Inflationsrate von 2,8 Prozent prognostiziert. Damit beträgt der projizierte Anstieg über der Inflationsrate 2,4 Prozent. An zweiter Stelle folgt Italien mit einem realen Plus von 2,1 Prozent.
Auf den weiteren Plätzen folgen Finnland (plus 1,9 Prozent), Spanien und Dänemark (je plus 1,7 Prozent), Irland, Großbritannien und die Niederlande (mit einem Plus von je 1,6 Prozent). Dahinter finden sich Frankreich (plus 1,5 Prozent), Ungarn (plus 1,3 Prozent) sowie Rumänien und die Schweiz mit einem Plus von je 1,2 Prozent. In Schweden werden die Gehälter real um 1,1 Prozent steigen. Gleichauf mit Österreich, wo ein reales Gehaltsplus von 1,0 Prozent prognostiziert wird, liegen auch Portugal und Polen. In Deutschland wird mit einem realen Plus von 0,8 Prozent der geringste Anstieg erwartet.
In vielen Billiglohnländern Osteuropas wird das Einkommensniveaus der Studie zufolge deutlich steigen. So erwartet Mercer in Litauen einen inflationsbereinigten Anstieg des Gehaltsniveaus um 7,7 Prozent. In Bulgarien und Lettland soll das Plus bei 5,6 Prozent liegen, in Serbien und Montenegro bei 5 Prozent. Durch die höheren Gehaltssteigerungen in den Niedriglohnländern werde sich das Gehaltsniveau im europäischen Markt allmählich stärker annähern, heißt es in der Untersuchung.
In den USA werden die Gehaltssteigerungen im kommenden Jahr laut Mercer gerade einmal bei 0,4 Prozent liegen und damit halb so hoch sein wie in Deutschland. In Argentinien, der Ukraine, Uruguay und der Dominikanischen Republik müssen die Beschäftigten sogar mit realen Einkommenseinbußen rechnen. Am härtesten trifft es der Mercer Studie zufolge die Beschäftigten in der Dominikanischen Republik. Hier sollen die Gehälter für Arbeitnehmer zwar um 22,5 Prozent steigen. Bei einer Inflationsrate von rund 35 Prozent bedeute dies aber real Einkommenseinbußen von 12,5 Prozent.
Für die Inflationsprognosen in der Studie hat Mercer Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der OECD herangezogen. (apa)
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