Montag, 6. Dezember 2004

Wirtschaftswachstum in Österreich: Für Grasser Ölpreis wichtiger als Euro-Kurs

  • Klare Signale der Fed und der US-Administration nötig

Finanzminister Karl-Heinz Grasser zeigte sich optimistisch, dass durch den nun wieder sinkenden Ölpreis ein stärkerer Wachstumsimpuls für die Wirtschaft in der Euro-Zone ausgehe, als durch den hohen Euro-Kurs an dämpfender Wirkung, vor allem auf die Exportwirtschaft, ausgehe. "Der Ölpreis ist wichtiger als der Euro-Kurs", so Grasser am Montag am Rande einer Pressekonferenz in Wien: "Und dort ist Entspannung zu sehen."

Die Bedeutung der Euro/Dollar-Relation sei nicht so groß wie behauptet. So liege der Exportanteil der USA an deren Wirtschaftsleistung bei nur 12 Prozent. Auch Österreichs Exporteure fakturieren nur zu 16 bis 17 Prozent in Dollar, so der Finanzminister. Der Aufschwung sei zwar zu einem guten Teil vom Export getrieben, die Konjunkturdaten zeigen aber, dass auch der Privatkonsum und die Investitionen steigen. Er, Grasser, sei zuversichtlich, dass die Steuerreform zu einem sehr günstigen Zeitpunkt komme und die privaten Ausgaben deutlich ansteigen werden.

Dennoch sei der Euro im Vergleich zum Dollar zu hoch. Es sei daher an der Zeit, dass von allen europäischen Policy Makern an die USA der Appell gerichtet werde, die Politik zu verändern. Es sei klar, dass Europa die Rechnung für das hohe US-Defizit zahlen müsse. Daher die klare Aufforderung an die US-Notenbank Fed und die US-Administration, ihre Dollar-Politik zu verändern und klare Signale in Richtung Abbau des Leistungsbilanz-und des Budgetdefizits zu setzen. Erst dann seien Effekte auf den Euro-Dollar-Kurs zu erwarten. (apa/red)

6.12.2004 15:26