Freitag, 10. Dezember 2004

Postämter: 7.000 Protest-Unterschriften aus Burgenland an Schüssel und Gorbach

  • Bürger-Protest wurde aus Hornstein verschickt
  • SPÖ fordert Änderung der Universaldienstverordnung

Vom Postamt Hornstein aus - das ebenfalls von der Schließung bedroht ist - verschickten SPÖ-Klubobmann Christian Illedits und der Präsident der burgenländischen SPÖ-Gemeindevertreter, Abg. Ernst Schmid, am Freitag mehr als 7.000 Protest-Unterschriften besorgter Burgenländer an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Vizekanzler Hubert Gorbach und Post-Vorstandsdirektor Herbert Götz. Die Unterschriften wurden an einem von der SPÖ organisierten Aktionstag gegen die geplanten Postamtsschließungen gesammelt. Gefordert wird eine Änderung der Post-Universaldienstverordnung.

"Mehr als 7.000 Unterschriften, praktisch an einem Tag gesammelt, sind ein klares Signal, das die Bundesregierung nicht vom Tisch wischen darf. Die zuständigen ÖVP- und FPÖ-Politiker müssen Farbe bekennen", meinten Schmid und Illedits.

Die Poststücke an die Regierungsspitze enthielten auch ein Schreiben, in dem es heißt, die "Post AG befindet sich nach wie vor in rot-weiß-roter Hand. Deshalb ist über den Aspekt der Gewinnmaximierung hinaus auch die gemeinwirtschaftliche Verantwortung zu berücksichtigen. Der Bund sollte nicht nur die jährliche Sonderdividende aus dem Unternehmen im Auge haben, sondern vor allem die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung." Die Bundesregierung solle daher mit einer Änderung der Universaldienstverordnung weitere Postamtsschließungen verhindern.

Im Burgenland wurden 2001/02 bereits 48 Postämter zugesperrt, von der neuen Schließungswelle sind weitere 20 Gemeinden betroffen. Insgesamt verliert das Burgenland damit innerhalb von vier Jahren mehr als die Hälfte seiner Postämter. (apa)

10.12.2004 12:22