Sonntag, 12. Dezember 2004

Wer hat Angst vor Utrecht: Niederländer gegen ÖFB-Klubs bisher immer erfolgreich

  • LASK, Sturm & GAK jeweils in 1. UEFA-Cup-Runde out
  • Vereinen gelang bisher nur ein Tor beim FC Utrecht

Austrias letzter Gegner in der UEFA-Cup-Gruppenphase, der FC Utrecht, ist für Österreich kein unbeschriebenes Blatt. Die Niederländer wurden für heimische Vertreter in bisher drei Fällen stets zum Stolperstein. Die Utrechter haben den LASK (1987/88), Sturm Graz (1991/92) und den GAK (2001/02) jeweils in der ersten UEFA-Cup-Runde eliminiert.

Und das in allen drei Fällen mit zwei oder drei Toren Differenz recht deutlich. In diesen insgesamt sechs Partien reichte es für das rot-weiß-rote Trio gerade zu zwei Unentschieden in Heimspielen. In Utrecht, der über 265.000 Einwohner zählenden, im Rheindelta gelegenen Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, erzielte lediglich Sturm (1:3) ein Tor. Der LASK, GAK und Sturm mussten im Galgenwaard-Stadion (nomen est omen) ohne Punkt und mit zusammen acht "Bummerln" im Gepäck den Heimflug antreten.

Drei Mal hat der GAK schon mit niederländischen Vereinen schlechte Bekanntschaft im Europacup gemacht. Gegen Ado Den Haag (Cupsieger 1968/69), Utrecht (UEFA-Cup 2001/03 jeweils erste Runde) und gegen Ajax Amsterdam (Champions-League-Qualifikation 2002/03 dritte Runde) war mit insgesamt nur zwei Remis jeweils Endstation.

Austria erst einmal gegen niederländische Mannschaft
Austria traf bisher erst ein einziges Mal auf Oranjes, "feierte" dabei zwei Erfolge und kann eine Menge davon erzählen. Das Buch der Geschichte weist in der UEFA-Cup-Saison 1989/90 Ajax Amsterdam als Erstrunden-Gegner sowie ein 1:0 daheim (Torschütze Josef Degeorgi) und ein 3:0 auswärts für die Violetten aus. Doch hinter dem nackten Resultat vom Rückspiel verbirgt sich ein Skandal mit weit reichenden Folgen. Diese, am 27. September 1989 in Amsterdam ausgetragene Partie war nämlich nachträglich strafverifiziert worden.

Der Schweizer Schiedsrichter Bruno Galler brach damals in der Verlängerung beim Stande von 1:1 (Tore Wouters/45. bzw. Pleva/98.) ab, weil die gefürchteten Ajax-Fans alle möglichen Gegenstände auf den Rasen geworfen hatten. Eine Eisenstange traf dabei Austria-Torhüter Franz Wohlfahrt am Rücken. Der verletzte Kärntner meinte damals: "Ich habe heute um mein Leben gezittert."

Wenige Wochen später bekamen die Niederländer die Rechnung präsentiert. Die UEFA-Richter schlossen die Amsterdamer zunächst für zwei Saisonen aus allen Europacup-Bewerben aus, revidierten die Strafe später aber auf ein Spieljahr und verhängten für die nächsten drei Heimspiele eine Stadion-Sperre. Bergkamp und Co mussten diese Partien mindestens 100 km von Amsterdam entfernt bestreiten.

Von Schaudern begleitet war auch der zweimalige Europacup-Ausflug des GAK 2001. Beim ersten Versuch waren die Grazer am 12. September 2001 in Amsterdam angekommen, als sie von der Absage der Partie gegen Utrecht erfuhren. Die UEFA hatte mit einem Tag Verspätung auf die fürchterlichen Terror-Anschläge in den USA reagiert. Im zweiten Anlauf setzte es für die Steirer dann eine 0:3-Abfuhr gegen die Utrechter.
(apa)

12.12.2004 11:39