Vierter Sieg in Folge mit Lederer: Der SV Mattersburg ist "Mannschaft der Stunde"
- Ertugral-Nachfolger soll nun Cheftrainer werden
- Kronsteiner: "Wir sind sychisch und physisch im Eck"
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Der SV Mattersburg ist derzeit in der T-Mobile-Fußball-Bundesliga die Mannschaft der Stunde. Den jüngsten Beweis dafür lieferten die Burgenländer am Dienstag mit dem 2:1-Erfolg über Austria Wien, womit die Mannschaft unter Ertugral-Nachfolger Franz Lederer im vierten Match den vierten Sieg einfuhr. Ob der aktuelle Erfolgscoach auch im Frühjahr Cheftrainer sein wird, dürfte sich am kommenden Sonntag in einer Aussprache mit Obmann Martin Pucher entscheiden. Vorher soll noch im Cup-Nachtrag am Freitag gegen die Rapid Amateure der Einzug ins Achtelfinale fixiert werden.
Tatsache ist, dass Lederer nach seinem unerwarteten Run mit Siegen gegen Bregenz (5:2), Salzburg (mit einem 2:1 wurde die Negativserie in Auswärtsspielen beendet), Titelverteidiger GAK (3:1) und nun gegen die Austria die besten Karten hat. "Er befindet sich jetzt in der Pole Position", bemerkte dazu Pucher am Sonntag gegenüber der APA. Der Klubchef, der das Mattersburger "Urgestein" anfangs nur als Interimslösung eingeplant hatte, wird bis zu dieser Unterredung auch niemand anderen kontaktieren.
Das Burgenland ist Hoch im Kurs
Nach dem 1:5 in Tirol bzw. vor dem "Schlüsselmatch" gegen Bregenz hatte Pucher etlichen Kickern die Rute ins Fenster gestellt, doch seither gibt es keinen Grund zur Klage. Mit besonderer Genugtuung registrierte der Klubchef die Tatsache, dass mit Kapitän Kühbauer und Mörz "zwei waschechte Mattersburger die Tore gegen die Austria geschossen haben und wir 16 Burgenländer im Kader haben." Das sei auch der Hauptgrund, warum in der nur 6.500 Zuschauer zählenden Stadt meist über 10.000 Besucher zu den Heimspielen kommen.
Mattersburg im Soll - punktuelle Veränderungen mit neuem Coach
Nach dem aktuellen Run mit dem Vorstoß auf Rang fünf der Tabelle ist für Pucher auch das Saisonziel (Platz zwischen fünf und sieben) realistisch: "Jetzt haben wir einen Polster nach hinten und können die Mannschaft im Frühjahr ohne Druck punktuell verändern". Das soll in Absprache mit jenem Trainer geschehen, der im Frühjahr die Mannschaft befehligt.
Schlüssel zum Erfolg: einfacheres System und das nötige Glück
Dies ist nun wohl Lederer, der nach dreieinhalbjähriger Tätigkeit als Co-Trainer nun definitiv in die erste Reihe aufrücken könnte. Er muss sich nun entscheiden, ob er aus der zweiten Reihe aufrücken und für längere Zeit zum "Frontmann" - mit allen damit verbundenen Risiken - werden will.
Für Lederer war übrigens das 2:1 in Salzburg jener "Befreiungsschlag", der seine Spieler beflügelt hat. "Seither stimmt das Selbstbewusstsein, die Mannschaft hat wieder Charakter. Dazu haben wir das System vereinfacht und nun haben wir auch das nötige Glück, das uns vorher gefehlt hat." Man dürfe sich allerdings nicht auf dem aktuellen Lorbeer ausruhen, sondern müsse konzentriert weiterarbeiten.
Kronsteiner sieht psychische und physische Defizite
Schweben die Mattersburger derzeit im siebenten Himmel, so hat die Doppel-Belastung bei den Austrianern durch UEFA-Cup und Meisterschaft offenbar Spuren hinterlassen. "Wir sind psychisch und physisch im Eck", konstatierte Sportdirektor Günter Kronsteiner nach dem 1:2 in Mattersburg. Bleibt zur zu hoffen, dass sich die Spieler bis zum 16. Dezember wieder erfangen und im UEFA-Cup-Match bei dem bereits ausgeschiedenen FC Utrecht den Aufstieg schaffen können.
(apa/red)
