Sensationssieg für Werner Franz in der Abfahrt von Val d'Isere, Walchhofer wird 3.
- Zweiter wird Marco Büchel, Bode Miller belegt 4. Rang
- Hermann Maier enttäuschte: Salzburger nicht in Top20
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Sensationssieg für Österreich: In der dritten Herren-Abfahrt der Saison hat es gleich eine doppelte Premiere für Österreichs Ski-Team gegeben: Der Kärntner Werner Franz sorgte für den ersten Triumph des "ÖSV-Power-Teams" und stand erstmals selbst in der Königsdisziplin auf dem obersten Weltcup-Podest. Hinter dem Liechtensteiner Marco Büchel (+0,27 Sek.), der bei seinem Val d'Isere-Abfahrtsdebüt auf Anhieb auf Platz zwei fuhr, wurde Weltmeister Michael Walchhofer (+0,55) aus Salzburg Dritter.
Bereits unmittelbar nach seiner Fahrt mit Nummer zwei wusste Franz, dass ihm ein Traumlauf aufgegangen war. "Es war eine perfekt Fahrt und hat Spaß gemacht. Wenn ich am Ende unter die Top Zehn komme, dann freue ich mich", meinte das 1,77 m große und 95 kg schwere Kraftpaket aus Weißbriach in einem Zwischenresümee, bevor die Top 15 ins Rennen gingen. Als er dann nach der Fahrt des Weltranglisten-Ersten Daron Rahlves noch immer vorne lag, hatte er endgültig Gewissheit, sein lang ersehntes Ziel endlich realisiert zu haben.
War alles nur der Ski
"Der Ski ist sensationell gelaufen, dazu habe ich die schwierigen Passagen alle gut erwischt. Es hat einfach alles zusammengepasst", lautete der restlos zufriedene Kommentar des Triumphators, der nun wieder einen Fixplatz im ÖSV-Team hat. Büchel ("Dieser zweite Platz ist wie ein Sieg für mich"), der bisher nur im Super G und Riesentorlauf aufs Stockerl gefahren war, strahlte ebenfalls mit der Sonne um die Wette.
Weltcup-Spitzenreiter Bode Miller (+0,58), der die ersten beiden Saisonabfahrten in Lake Louise und Beaver Creek für sich entschieden hatte, wurde Vierter und baute damit seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. 246 Punkte beträgt sein Vorsprung nach acht Saisonrennen auf seinen ersten Verfolger Michael Walchhofer. Der Trainingsschnellste, ÖSV-Superstar Hermann Maier (+2,03), kam dagegen nicht über Platz 26 hinaus, wodurch er in der Gesamtwertung auf Platz drei zurückfiel. 251 Punkte liegt er hinter Miller, der zuletzt in Beaver Creek im Riesentorlauf und im Slalom ausgefallen war.
Maier beschuldigt Serviceleute
"Gleich von Anfang an habe ich gespürt, dass nichts geht. Ich war unheimlich langsam, obwohl ich viel weniger Fehler gemacht habe als im Training. Doch nach so einer Fahrt müssen andere auf Fehlersuche gehen", lautete Maiers Seitenhieb auf die Serviceleute. Denn im Gegensatz zu den "Blizzard-Raketen" von Franz gingen seine Atomic-Latten auf der 3.100 m langen O.K.-Piste alles andere als wie die Feuerwehr.
Während der Herminator deshalb ziemlich sauer den Zielraum verließ, freute sich Walchhofer riesig mit Franz und über seinen Stockerlplatz. "Keinem vergönne ich den Sieg so wie dem Werner", betonte der Weltmeister von St. Moritz. "Und auch der Marco ist ein irrsinnig sympathischer Bursch. Hinter diesen beiden wird man gerne Dritter. Und ich freue mich über Platz drei heute auch, weil ich als einziger mit einer höheren Startnummer aufs Stockerl gefahren bin."
(apa/red)
