Samstag, 11. Dezember 2004

Meissnitzer fuhr allen davon: "Meissi" holt sich in Altenmarkt den Heim-Super-G

  • Triumph vor Recchia und Maze, Rohregger wird Neunte
  • 1. Sieg für Alexandra Meissnitzer seit fast einem Jahr

"Meissi" kanns doch noch! Die Salzburgerin Alexandra Meissnitzer hat den Weltcup-Super G in Altenmarkt/Zauchensee gewonnen und damit ihren ersten Erfolg seit 4. Jänner 2004 und den allerersten Sieg in Österreich überhaupt gefeiert. Die 31-Jährige erwischte auf der extrem schwierigen Strecke einen optimalen Lauf und errang in 1:13,04 Minuten ihren 13. Weltcupsieg, den sechsten im Super G.

Auf dem vom Franzosen Fournier sehr selektiv gesteckten Kurs setzte sich Meissnitzer vor der Italienerin Lucia Recchia (+ 0,28 Sekunden/erster Podestplatz der Weltcup-Laufbahn) und der slowenischen Sensation Tina Maze (0,52) durch. Maze stürmte mit Nummer 64 noch aufs Podest. Für die ÖSV-Damen war es nach dem Lake-Louise-Triumph von Michaela Dorfmeister der zweite Sieg im zweiten Saison-Super-G.

Rohregger mit Platz 9 zweitbeste Österreicherin
Als zweitbeste Österreicherin belegte Eveline Rohregger Rang neun, Silvia Berger wurde Elfte. Für den Rest der arrivierten ÖSV-Läuferinnen lief es im Gegensatz zu Meissnitzer keineswegs nach Wunsch. Michi Dorfmeister landete nach schwerem Fehler im unteren Teil auf Platz 13, Speed-Queen Renate Götschl schied aus und Brigitte Obermoser war auf Grund einer bei einem Sturz beim Einfahren erlittenen Knieverletzung gar nicht am Start gestanden.

Fast ein Jahr auf Sieg gewartet
"Ich bin schwer überrascht, dass es so gut gelaufen ist", jubelte die Siegerin, die gleichzeitig vor knapp 4.000 Zuschauern den 300. Salzburger Sieg der Weltcup-Geschichte unter Dach und Fach brachte. "Mein erster Heimsieg, das ist etwas ganz besonderes", betonte Meissnitzer, bei der sich die unter der Woche vorgenommene Feinabstimmung kräftig ausgezahlt hat. "Ich habe erstmals in dieser Saison der selben Materialabstimmung wie im Vorjahr vertraut - und es hat gleich geklappt", freute sich die Abtenauerin, die Doppel-Weltmeisterin von 1999, die ihr erstes Rennen seit 4. Jänner 2004 (Super G in Megeve) gewann.

Zur absoluten Schlüsselstelle im ÖSV-Heimrennen wurde die Einfahrt in den Zielhang, bei der sich die Spreu vom Weizen trennte. Während Meissnitzer und auch Rohregger ("An dieser Stelle hat sich das Rennen entschieden") in diesem Bereich kräftig punkteten, waren andere Läuferinnen wie etwa Dorfmeister weniger angetan. "Das war sehr fies gesteckt. So viele Ausfälle in einem Super G hat es schon lange nicht mehr gegeben", betonte die Niederösterreicherin, die 2002 in Zauchensee Abfahrt und Super G gewonnen hatte.

Dorfmeister selbstkritisch
"Ich habe die Kurve zu spät und zu spitz eingeschlagen. Bis dahin war ich auf Stockerlkurs", analysierte Dorfmeister ihren Fehler. Blendend unterwegs war auch Götschl bis zu ihrem Ausfall. "Ich habe einen blöden Schlag bekommen", ärgerte sich die Steirerin. Völlig saft- und kraftlos ging Marlies Schild in ihren ersten Super G seit fast fünf Jahren. "Ich hatte überhaupt keine Kraft, weil ich die ganze Nacht gebrochen habe", war Schild nach ihrem Ausfall körperlich fix und fertig.

Das Rennen aus dem Zielraum mitverfolgen musste Gitti Obermoser. Für die Altenmarkterin ist möglicherweise die alpine WM-Saison beendet, ehe sie überhaupt begonnen hat. Eine erste Untersuchung in der Radstädter Klinik bei Doktor Harald Aufmesser ergab den Verdacht auf Riss des Vorderen Kreuzbandes, Seitenbandes und der Kapsel. (apa)

11.12.2004 22:24